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Samtgemeinde Rodenberg Gedächtnislücke geschlossen: SPD legt nach im Feuerwehrhaus-Streit
Schaumburg Rodenberg Samtgemeinde Rodenberg Gedächtnislücke geschlossen: SPD legt nach im Feuerwehrhaus-Streit
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14:58 24.09.2019
Ein Gerätehaus in Hallenbauweise (linker Gebäudeteil) wie bei Bad Nenndorf sollte eigentlich auch bei Messenkamp entstehen. Der rechte Teil des Nenndorfer Hauses wurde massiv gebaut. Quelle: Archiv
SAMTGEMEINDE RODENBERG

Die Aussage des Grünen-Ratsherrn Karsten Dohmeyer, er könne sich nicht erinnern, ob er für die Massivhausbauweise gestimmt hat, von der er später zu profitieren versuchte, wollen die Sozialdemokraten so nicht hinnehmen. Sie verweisen auf das Protokoll der entscheidenden Samtgemeindeausschuss-Sitzung und schließen somit "die Gedächtnislücke", wie es in einem Schreiben an die SN heißt.

Massivhäuser statt Hallen durchgesetzt

Hierum geht es: Drei neue Feuerwehrhäuser sollen in der Samtgemeinde entstehen – bei Messenkamp, Hülsede und Soldorf. Eigentlich lief alles darauf hinaus, dass die Gebäude in der zuletzt üblichen Hallenbauweise entstehen.

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Im Frühjahr preschten Grüne, Wählergemeinschaft und CDU dann vor und pochten auf Massivhäuser. Diese sollen in der Landschaft weniger störend wirken. Aufgrund von Abschreibungen fallen die Mehrkosten über Jahre gerechnet nicht ins Gewicht, hieß es.

Die SPD und die Gruppe Rodenberger Interessen (RI) stemmten sich gegen den Kurswechsel. Dohmeyer erhielt später den Zuschlag für die Statik-Berechnung, die ohne den besagten Wechsel nicht separat ausgeschrieben worden wäre.

Leichtbauweise 40 Prozent günstiger

Im Samtgemeindeausschuss am 6. März votierte die Mehrheit schließlich mit 5:4 Stimmen gegen die Hallenbauweise. Zuvor hatten Sozialdemokraten noch einmal unterstrichen: Die Leichtbauweise sei 40 Prozent günstiger, und die Feuerwehren müssten bei Massivbauweise länger warten. Dies geht aus einem Auszug des Protokolls hervor, der der Redaktion vorliegt.

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Darin heißt es auch, dass sich die Wählergemeinschaft für Massivhäuser einsetzte, unter anderem, weil dabei örtliche Unternehmen zum Zuge kommen würden. Außerdem steht in dem Protokoll-Auszug, dass Dohmeyer während der Sitzung für die Massivbauweise warb.

Dohmeyer spielt Bedeutung herunter

Gegenüber dieser Zeitung hatte der Grüne angegeben, sich nicht genau erinnern zu können, ob er für die Massivhaus-Variante gestimmt hatte. SPD und RI verfügen zusammen über vier Stimmen im Samtgemeindeausschuss – also exakt so viele, wie für die Hallenbauweise stimmten.

Allerdings hatte Dohmeyer im Gespräch mit dieser Zeitung auch erklärt, er halte es nicht für verwerflich, wenn ein Mandatsträger für eine Baumaßnahme stimmt, an deren Ausschreibung er sich später beteiligt. So etwas komme öfter vor. Bei der Auftragsvergabe für die Feuerwehrhaus-Statik selbst stimmte Dohmeyer nicht mit ab.

Der Günstigste bekommt den Zuschlag

Er verweist darauf, dass er lediglich eines von vier Angeboten abgab, den Zuschlag bekomme stets der günstigste Bewerber. Er wolle sich auch erneut an dem Verfahren beteiligen, das aufgrund eines Fehlers wiederholt werden musste.

Die SPD wiederum lehnt sich mit dem jetzigen Vorstoß ungewöhnlich weit aus dem Fenster. Denn die Vorgänge im nicht öffentlichen Samtgemeindeausschuss unterliegen der Verschwiegenheitspflicht.

Von Guido Scholl