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Samtgemeinde Rodenberg "Grottig": Entwurf für Samtgemeinde-Logo scheitert krachend
Schaumburg Rodenberg Samtgemeinde Rodenberg "Grottig": Entwurf für Samtgemeinde-Logo scheitert krachend
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18:46 28.03.2019
Der erste Entwurf, der eine fiktive Skyline zum Symbol mit Wiedererkennungswert machen sollte, wurde deutlich abgelehnt.
Der erste Entwurf, der eine fiktive Skyline zum Symbol mit Wiedererkennungswert machen sollte, wurde deutlich abgelehnt. Quelle: gus
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Samtgemeinde Rodenberg

Der Vorschlag des beauftragten Werbebüros ist eine Samtgemeinde-Skyline, die es so zwar nicht gibt, aber mehrere markante Gebäude darstellt. Diese Silhouette würde überschrieben mit dem Slogan „Samtgemeinde Rodenberg – erlebenswert“, wobei das Präfix „er“ farblich anders gehalten werden soll als der Wortteil „lebenswert“. Dann werden sowohl Touristen als auch Einheimische angesprochen.

So reagierten die Ausschuss-Mitglieder auf das Emblem

„Ich finde es ganz grottig“, lautete der erste Kommentar der Ausschussvorsitzenden, Marion Passuth (SPD), bei der Sitzung im Groß Hegesdorfer Dorfgemeinschaftshaus. Das Logo sei zu groß und zu wenig aussagekräftig. Für kleinformatige Faltblätter eigne es sich überhaupt nicht, weil dann kaum noch etwas zu erkennen sei. Auch Karl-Heinz Bruns (CDU) betonte, es müsse auf einen Briefkopf passen.

Passuths Vorwurf, der Auftrag für das Logo wurde ohne Kenntnis des Ausschusses vergeben, entkräfteten Tourismusfachkraft Mara Bößling und Fachbereichsleiter Jörg Döpke: Mit dem Tourismus-Etat wurde auch der Logo-Entwurf bewilligt. Dem Urteil „grottig“ schloss sich auch Egbert Gelfert (Hülseder Gegenwind) an. Mit „indiskutabel“ bedachte Erhard Steege (Rodenberger Interessen) die Vorlage. Auch Dirk Holm-Bertelsen (WGSR) widersprach nicht.

Bößling hatte eingangs betont, dass die Gebäude in der Silhouette nur Beispiele sind. Unter anderem sind der Fernsehturm und die Rodenberger Mühle enthalten. Auch sie war aber zumindest der Ansicht, dass der Logo-Entwurf noch längst nicht beschlussreif ist.

Sollte das alte Logo als Vorbild dienen?

Der Ausschuss bemühte sich darum, Vorgaben für die weitere Arbeit zu umreißen. Auf Ortstypisches muss Klaus-Werner Volker (SPD) zufolge nicht zwingend abgehoben werden. Ein Samtgemeinde-Logo sollte auf das reduziert werden, was alle Bürger eint – beispielsweise die schöne Natur. Ein Paradebeispiel für ein griffiges Emblem sei jenes der Deutschen Bank. Jeder wisse sofort, welches Unternehmen gemeint sei, sobald er den minimalistischen blauen Pfeil erblicke.

Schließlich kam die Idee auf, das alte Logo mit Nesselblatt und Rosen als Grundlage für einen zweiten Entwurf zu verwenden. Das Emblem könnte moderner und schicker gemacht werden. Gegen einen Schülerwettbewerb, wie ihn Gelfert vorgeschlagen hatte, sprach sich Hans-Dieter Brand (SPD) vehement aus. Das Logo müsse etwas aussagen und für die Samtgemeinde stehen – das sei etwas für Profis. Nicole Wehner (WGSR) war dafür, – wenn überhaupt – einen Wettbewerb an einer Kunsthochschule auszuschreiben.

Die Zeit allerdings drängt, weil Bößling noch in diesem Jahr eine Informationsbroschüre auflegen will. Diese muss das neue Logo enthalten. Denn die Tourismusfachkraft will die Samtgemeinde im Fremdenverkehr per Corporate Design vermarkten. von Guido Scholl