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Samtgemeinde Rodenberg Junge Rodenberger wollen Jugendzentrum und Nachtliner
Schaumburg Rodenberg Samtgemeinde Rodenberg Junge Rodenberger wollen Jugendzentrum und Nachtliner
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15:00 26.06.2019
Irina Bevzenko (hinten von links), Madita Schweer, Paul Dierkes, Joshua Busse (vorne), Marvin Koch und Peer Straka bilden mit drei weiteren Mitstreitern den Rodenberger Jugendbeirat. Quelle: pr.
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Samtgemeinde Rodenberg

Initiiert worden war das Gremium von Patricia Reinecke (RI), Johannes Schwartz (WGR) und Marvin Koch. Letztgenannter ist nun Teil des Beirates, der sich im April konstatierte. Mitglieder neben Koch sind Luca Onken, Christoph Bantelmann, Joshua Busse, Paul Dierkes, Peer Straka, Madita Schweer, Kevin Kolsch sowie Irina Bevzenko – alle stammen aus Rodenberg.

Interessen junger Bürger sollen nicht länger unter den Tisch fallen

Dem Zusammenschluss folgte das Kennenlernen und das Formulieren dessen, was die Gruppe erreichen will. „Es kam heraus, dass es viel zu tun gibt“, sagte Koch. Die Interessen junger Leute sollen politisch nicht länger unter den Tisch fallen. Einen Sprecher hat der Beirat bewusst nicht gewählt, genauso wenig wie einen Vorsitzenden. Die Verantwortung solle nicht nur bei einer Person liegen – dafür sei die Samtgemeinde zu groß. Alle Mitglieder sollen sich nach ihrem eigenen Maß einbringen.

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Apropos große Samtgemeinde: Dass nur Rodenberger im Beirat sitzen, soll für die Dörfer keinesfalls zum Nachteil werden. „Wir sind für die ganze Samtgemeinde da und wollen das auch zeigen“, erklärte Schweer. In jedem Ort will die Gruppe Ansprechpartner finden, um ein Netzwerk aufzubauen. In Apelern sei das beispielsweise Lea Laurich, die auch zur Wahl stand. Wer ein Anliegen hat, könne sich zudem jederzeit an den Beirat wenden. Ein Instagram-Profil haben die Jugendlichen bereits angelegt, um Reichweite zu generieren.

Jugendzentrum steht ganz oben auf der Wunschliste

Zurück zu den Zielen: Ganz oben auf der Liste steht die Schaffung eines Jugendzentrums. „Zentrum hört sich so groß an. Eigentlich geht es um Räume, die man nutzen kann – vielleicht Mehrzweckräume“, sagte Schweer. „Uns geht es darum, etwas aufzubauen, dass die Dörfer näher zusammenbringt“, ergänzte Koch. Die Landjugend mache das andernorts schon sehr gut.

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Hoch im Kurs sind auch öffentliche Plätze, zum Beispiel zum Grillen oder Sporttreiben. Fußballfelder wie jenes am Beethovenweg seien auf die Altersklasse bis 14 Jahre begrenzt, auch der Zustand sei ausbaufähig. „Wer etwas erleben will, muss nach Hannover fahren“, sagte Koch. Das wollen die Mitglieder ändern.

Annehmen wollen sich die Beiratsmitglieder auch der „Informationslücke“ die ihrer Ansicht nach zwischen der Politik und den Jugendlichen klafft. „Wir wollen zeigen, dass man vor Ort mitgestalten kann“, so Koch.

Der Nachtliner soll reaktiviert werden

Ein großes Thema ist darüber hinaus der Nachtliner. Zusammen mit dem Jugendbeirat der Samtgemeinde Nenndorf wollen sich die hiesigen Interessenvertreter für die Reaktivierung einsetzen. Diese Form der Kooperation hatte Nenndorfs Vorsitzender, Yannick Balke, bereits angekündigt. Gegenseitige Besuche habe es schon gegeben, erzählte Koch. Was dabei aufgefallen ist: „Bei denen läuft alles ein bisschen strenger. Durch ihre Routine haben die Nenndorfer ein stärkeres Arbeitsverhältnis, bei uns läuft das noch etwas lockerer ab“, so Koch.

Kritisch sieht es der Beirat, das Frauen beim Schützenfest nicht mitmarschieren dürfen

Dass beim Schützenfest keine Frauen mitmarschieren und schießen dürfen, stößt im Beirat auf Kritik. Dies sei ein Punkt, „an dem man sieht, dass wir noch wachsen müssen“, konstatierte Koch. Sie selbst seien noch zu jung für solche festgefahrenen Muster. Die Tradition umzukrempeln, sei dann aber doch etwas zu groß für den Anfang.

Was kommt stattdessen auf die Samtgemeinde zu? „Wir gehen jetzt die ersten Baustellen an“, sagte Koch. Die dringendsten Anliegen sollen zu Papier gebracht werden. Ins Detail gehen wollte er nicht. Von Andrea Göttling