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Samtgemeinde Rodenberg Lebensraum für Insekten: Samtgemeinde plant neuen Blühstreifen
Schaumburg Rodenberg Samtgemeinde Rodenberg Lebensraum für Insekten: Samtgemeinde plant neuen Blühstreifen
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18:28 08.04.2019
Schmetterlinge und andere Insekten sollen von den zusätzlichen Blühstreifen in der Samtgemeinde profitieren.
Schmetterlinge und andere Insekten sollen von den zusätzlichen Blühstreifen in der Samtgemeinde profitieren. Quelle: Foto: Jens Büttner/ZB/dpa
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Samtgemeinde Rodenberg

Blühstreifen kommen in der Samtgemeinde Rodenberg immer mehr in Mode. Mehrere Gemeinderäte haben örtlichen Naturschützern bereits Flächen angeboten, wo sie insektenfreundliche Blumen und Sträucher anlegen können – in Apelern und Rodenberg zum Beispiel.

Ein Antrag auf Samtgemeinde-Ebene stellte die Politik aber vor Probleme – obwohl sich in der Sache alle einig waren.

Sind Schotterflächen in Privatgärten unzulässig?

Grüne, FDP und WGSR im Samtgemeinderat wollten mit ihrem Vorstoß dem Insektensterben ebenfalls entgegenwirken. „Das Thema Blühstreifen ist in aller Munde“, betonte Elisabeth Rautenberg-Röver, Grünen-Ratsfrau und Vorsitzende des zuständigen Fachausschusses. Nach Worten Nicole Wehners (WGSR) kann sich die Samtgemeinde Hoffnung auf Fördergeld aus einem Programm des Landesbetriebs für Wasser-Küsten- und Naturschutz machen.

Wehner betonte, dass die Lebensräume von Insekten und Vögeln zunehmend abgeschafft wurden – auch weil Hauseigentümer verstärkt auf Steingärten und Schotterflächen setzen. Hans-Werner Kühnel (SPD) verlas eine amtliche Vorgabe, wonach Außenflächen auf Privatgrundstücken zwingend Grünflächen sein müssen. Er regte an, dass jemand die Schotterflächen in Privatgärten auf Zulässigkeit prüft.

Baufachbereichsleiter Markus Jacobs war unsicher, ob der von Kühnel vorgetragene Passus derartig ausgelegt werden kann und ob eine derartige Kontrolle angemessen ist. Er wolle dies aber bei der Bauaufsichtsbehörde nachfragen.

Blühstreifen soll zwischen Lyhren und Groß Hegesdorf entstehen

Die Antragsteller hatten teils Gemeindeflächen mit in ihr Papier einbezogen. Daher mussten unter anderem Wassergewinnungsanlagen als Zielflächen für Blühwiesen gestrichen werden. Darüber konnte das Samtgemeindegremium nicht urteilen. Klaus-Werner Volker (SPD) regte an, den Antrag von Grünen, WGSR und FDP an Bauhofsleiter Martin Meier zu übergeben, damit dieser prüfen kann, welche der Flächen für Blühstreifen infrage kommen.

Meier vertrat indes die Ansicht, dass die Mitgliedsgemeinden über mehr Raum für derartige Vorhaben verfügen – etwa auf Streuobstwiesen. Auf Grund und Boden der Samtgemeinde werde es eng. Wehner war zumindest dafür, einen Blühstreifen am Samtgemeinde-Verbindungsweg zwischen Lyhren und Groß Hegesdorf anzulegen, da dort ohnehin bald gebaut werden muss.

Meier gab zu bedenken, dass nach der Baumaßnahme nur noch wenig Platz für ein solches Vorhaben bleibt. Der Ausschuss votierte dennoch für den Blühstreifen an dem Weg. Alles weitere soll nun in die Zuständigkeit der Mitgliedsgemeinden gegeben werden. von Guido Scholl