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Samtgemeinde Rodenberg Photovoltaikanlagen in Rodenberg: Zu teuer für die Kommune?
Schaumburg Rodenberg Samtgemeinde Rodenberg Photovoltaikanlagen in Rodenberg: Zu teuer für die Kommune?
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15:32 25.09.2019
Die Hausweidenfeld-Sporthalle könnte in 2020 mit einer Photovoltaik-Anlage ausgerüstet werden.  Quelle: gus
Samtgemeinde Rodenberg

Der Antrag der Grünen für Photovoltaikanlagen auf eigenen Gebäuden der Samtgemeinde Rodenberg hat eine kontroverse Debatte ausgelöst. Im Bau-, Planungs- und Umweltausschuss befürchteten Politiker anderer Fraktionen ausufernde Kosten und zu viel Belastung für die Verwaltung. Und sogar die aktuelle Feuerwehrhaus-Debatte kam ins Spiel.

Egbert Gelfert (Hülseder Gegenwind) sagte, er sei für Photovoltaik, aber Anträge wie dieser kosten die Kommune viel Geld. Die Samtgemeinde sei dafür zu klamm. „Wir haben zu viel vor der Brust und müssen das erst einmal abarbeiten“, so Gelfert. Sonst drohen Steuererhöhungen. Es gebe auf Rodenberger Terrain bereits funktionierende Bürgersolaranlagen in großer Zahl.

Nicht gleich alle Gebäude mit Photovoltaik bestücken

Erhard Steege (Rodenberger Interessen) erkundigte sich bei Baufachbereichsleiter Markus Jacobs, ob dessen Abteilung tatsächlich externe Unterstützung braucht. Dies bejahte Jacobs. Die Expertise von Außen treibe zudem die Kosten für Photovoltaikprojekte in die Höhe. Hans-Werner Kühnel (SPD) argwöhnte, dass Grünen-Ratsherr Karsten Dohmeyer sich als Statiker um die daraus resultierenden Anträge bewerben könnte. Damit spielte er offenbar auf dessen Rolle in der jüngsten Feuerwehrhaus-Debatte an. 

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Karl-Heinz Bruns (CDU) gab Gelfert Recht. Momentan sei das Geld zu knapp. Es ginge wohl mal, dass ein oder zwei Gebäude mit Photovoltaikanlagen bestückt werden, aber nicht gleich alle. Nicole Wehner (WGSR) erinnerte an eine mögliche Unterstützung seitens des Landkreises, die kostenfrei wäre. Und Kommunen sollten Vorreiter sein, schob sie nach. Auch Elisabeth Rautenberg-Röver (Grüne) war dafür, dass sich die Samtgemeinde dieser Verantwortung stellt.

Kostenneutrale Bürger-Solaranlagen gewünscht

Steege und Andreas Kölle (SPD) schwenkten ebenfalls auf die Linie CDU/Gelfert ein. Als sich Wehner lautstark über diese Haltung beschwerte und schloss: „Ich glaube, ich spinne“, zückte Kühnel ein Papier und rechnete vor, dass die WGSR gemeinsam mit Grünen und CDU gerade erst die Feuerwehrhausneubauten der Samtgemeinde um einen siebenstelligen Euro-Betrag verteuert hatte. Hintergrund ist die Entscheidung, diese als Massivhäuser zu errichten, nicht in Hallenbauweise . Kühnel ergänzte, dass Photovoltaikanlagen nicht für ein paar Cent zu realisieren sind.

Gelfert fühlte sich dann aber nicht ganz richtig verstanden. Er sei dafür, dass die Samtgemeinde Interessenten sucht, die auf ihren Gebäuden Bürger-Solaranlagen errichten. Dies soll kostenneutral für die Kommune sein. Auf diese Linie verständigte sich der Ausschuss schließlich.

Projektstart erst 2021?

Eine zeitliche Festlegung auf Projektstart im Jahr 2020, wie von den Grünen gewünscht, entfiel allerdings. Es soll indes wiederum auch nicht ausgeschlossen sein, dass es danach gleich mit zwei Anlagen im Jahr 2021 losgeht. Nur eben sollen diese von Bürgergemeinschaften finanziert werden, nicht von der Samtgemeinde. Dieses Votum muss der Rat nun noch bestätigen. von Guido Scholl