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Samtgemeinde Rodenberg Polizei: Ursache für Feuer in Soldorf war Brandstiftung
Schaumburg Rodenberg Samtgemeinde Rodenberg Polizei: Ursache für Feuer in Soldorf war Brandstiftung
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16:02 13.08.2019
In der Nacht zum Sonntag löschen insgesamt 115 Feuerwehrleute die Sammelunterkunft für Flüchtlinge. Quelle: privat
SOLDORF/BAD NENNDORF

Demnach wurde am Salinenplatz absichtlich Feuer gelegt Polizeisprecher Axel Bergmann erklärte auf Anfrage, dass der Brandermittler in Soldorf an drei kleinen Gebäuden nahe dem Feuerwehrhaus zweifelsfrei räumlich voneinander getrennte Ausbruchsstellen festgestellt hat.

Dies seien zu viele Zufälle, daher muss von einem Brandstifter ausgegangen werden. An Spekulationen, aus welchem Umfeld der Täter stammen könnte, mochte sich Bergmann nicht beteiligen.

Suche nach Brandbeschleuniger läuft

Die Polizei werte nun weitere Spuren aus. Unter anderem werde nach Brandbeschleuniger gesucht. Diese Schritte sowie Zeugenhinweise sollen zur Aufklärung der Tat führen. Wer am vergangenen Samstag etwas Verdächtiges in der Nähe des Brandorts am Salinenplatz beobachtet hat, soll sich unter Telefon (0 57 23) 94 61-0 beim Kommissariat Bad Nenndorf melden.

Auch eine Gartenlaube stand in Soldorf in Flammen. nah

Die Ursache des Feuers in der Sammelunterkunft für Asylbewerber an der Horster Straße ist noch nicht zweifelsfrei geklärt. Dass ein Kochunfall zu dem Brand geführt hat, wie es noch am Wochenende hieß, kann die Polizei aber mittlerweile ausschließen. Ebenfalls sei kein Blitzeinschlag der Auslöser gewesen, ein technischer Defekt komme auch nicht infrage.

Vorsatz oder Fahrlässigkeit?

„Das heißt, dass es sich um fahrlässige oder vorsätzliche Brandstiftung handelt“, sagte Bergmann. Einen Anschlag hält der Polizeisprecher allerdings für äußerst unwahrscheinlich. Dann wäre der Verursacher anders vorgegangen.

Entstanden war das Feuer an der Horster Straße auf einem Vordach außerhalb des Hauptgebäudes. Dabei habe es sich nicht um das Vordach des Haupteingangs gehandelt. „Man muss sich schon ein bisschen auskennen, um das zu finden“, so Bergmann.

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Daher gehen die Ermittler davon aus, dass ein Bewohner der Unterkunft für den Brand verantwortlich war. Ob absichtlich oder aus Fahrlässigkeit, das lasse sich wahrscheinlich ebenso wenig herausfinden wie die Identität des Verursachers. „Wir tappen da ein wenig im Dunkeln“, räumte Bergmann ein.

115 Feuerwehrleute im Einsatz

Das Feuer in der Sammelunterkunft war gegen 3 Uhr in der Nacht zum Sonntag gemeldet worden. 115 Brandschützer waren im Einsatz. In dem Gebäude sind derzeit 93 Asylsuchende untergebracht.

Die seit 2015 vom Landkreis betriebene Unterkunft war wegen häufiger Fehlalarme in die Schlagzeilen gekommen. Tatsächlich gebrannt hatte es dort bislang aber nie. Meist war Dampf aus der Küche der Auslöser der Alarme.

Von Guido Scholl