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Samtgemeinde Rodenberg Schnelles Netz bringt der Mai
Schaumburg Rodenberg Samtgemeinde Rodenberg Schnelles Netz bringt der Mai
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21:23 14.04.2019
Der Breitbandausbau ist fast abgeschlossen, die Fertigstellung ist Sache der Systemadministration. Quelle: dpa
Samtgemeinde Rodenberg

Das bekommen auch Samtgemeindebürgermeister Georg Hudalla und seine Kollegen täglich mit. „Wir werden immer wieder vor Ort von Anwohnern auf das Thema angesprochen“, erklärt Hudalla. „Dabei ist das, was wir an Informationen haben, sehr begrenzt.“ Denn in Schaumburg wird der Breitbandausbau für alle Gemeinden zentral vom Landkreis koordiniert.

Dort ist man guter Dinge, was den Fortschritt in der Samtgemeinde Rodenberg angeht. „Der Ausbau ist soweit abgeschlossen“, berichtet Schaumburgs Breitbandbeauftragter Dieter Brenneke. Lediglich an einzelnen Punkten, etwa an der Gabelung von L443 und L454 zwischen Apelern und Reinsdorf, müssten noch Glasfaserkabel verlegt werden. Ansonsten sei die Fertigstellung eine Frage der Systemadministration.

IT-Spezialisten sind am Zug

Damit das schnelle Internet nämlich wirklich in den Haushalten ankommt, müssen die Systeme von IT-Spezialisten umgestellt werden. Das sei für alle Gemeinden mit der Vorwahl 05723 bereits im Dezember 2018 erfolgt, berichtet Brenneke. Für Haushalte mit der Vorwahl 05043 wurde das Vorhaben zuletzt von Februar auf Ende April verschoben. Doch von einer Abweichung vom Zeitplan will Brenneke nicht sprechen.

„Vertraglich gesehen gibt es keine Verzögerung“, so der Landkreismitarbeiter. Gemäß einer Abmachung mit der Telekom müssten erst bis Ende Juli alle Haushalte angeschlossen sein. Somit sei der Netzbetreiber voll im Zeitplan.

Ärger über Bund

Dass sich mancherorts Unruhe breit macht, ist jedoch Aussagen geschuldet, die die Telekom selbst getroffen hat. Als das Projekt im März 2018 mit einem symbolischen Spatenstich in Soldorf gestartet war, hatte etwa Bernd Wilhelm vom Produktions- und Betriebsmanagement des Telekommunikationsriesen angekündigt, bis Ende des Jahres alle Haushalte an das schnelle Netz anzuschließen.

Bereits zuvor war lange über den Anfangstermin gestritten und auf die Bereitstellung der Fördermittel gewartet worden, was die Geduld bei vielen ebenfalls strapaziert haben dürfte. Doch Samtgemeindebürgermeister Hudalla ärgert neben den widersprüchlichen Ansagen noch ein ganz anderes Detail, nämlich eine Äußerung aus den Reihen der Bundesregierung.

Im November 2018 hatte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) erklärt, der neue Mobilfunkstandard 5G sei „nicht an jeder Milchkanne notwendig“. Hudalla stößt sich bis heute an dieser Aussage.

„Das ist für mich ein Zeichen dafür, wie man in Deutschland offenbar denkt“, sagt der Samtgemeindebürgermeister. Denn egal ob unterwegs auf dem Handy oder zuhause im WLAN: Ein guter und schneller Zugang zum Internet sei für ihn ein demokratisches Grundrecht, schließlich sei dieses als Informationsquelle heute unverzichtbar. Den ländlichen Raum beim Ausbau der Technologien außen vor lassen zu wollen hält Hudalla vor diesem Hintergrund für ein fatales Zeichen. lht