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Samtgemeinde Rodenberg So teuer werden die Gräber auf den Rodenberger Friedhöfen
Schaumburg Rodenberg Samtgemeinde Rodenberg So teuer werden die Gräber auf den Rodenberger Friedhöfen
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11:51 30.08.2019
Speziell die Rasengräber für Sargbestattungen werden in der Samtgemeinde teurer. Quelle: gus
SAMTGEMEINDE RODENBERG

Nur zwei Begräbnisformen würden günstiger. Für ein Einzel-Reihengrab fielen nur noch 1576 anstatt 1610 Euro im Vergleich zur alten Verordnung an. Ein Urnen-Reihengrab würde um 40 Euro günstiger und würde nur noch 670 Euro kosten.

3877 Euro mehr für ein Rasendoppelgrab

Ein Einzelrasengrab soll 3398 und damit 1098 Euro mehr kosten. Ein Doppelwahlgrab würde mit 3409 Euro (plus 589) taxiert, ein Rasendoppelgrab mit 7387 Euro (plus 3877). Ein weiteres Beispiel: Ein Vierer-Urnengrab schlüge nun mit 900 statt bisher 500 Euro zu Buche.

Ganz neu ist die Urnenbestattung unter einem Baum. Dafür setzte die Verwaltung 920 Euro an. Noch sind aber nicht auf allen Friedhöfen Baumbestattungen möglich, beispielsweise in Soldorf und Apelern. Bauhof-Leiter Martin Meier riet dazu, möglichst bald geeignete Bäume zu pflanzen.

Sargbestattungen bedeuten mehr Aufwand

Der deutliche finanzielle Unterschied ist vor allem mit dem größeren Platzverbrauch der Sargbestattung und mit dem höheren Arbeitsaufwand dieser Begräbnisformen zu begründen. Bei den Sarggräbern müssen laut Verwaltungskraft Marion Kursch oft Absackungen ausgebügelt werden.

Mit Steinplatten eingefasste Doppelgräber werden deutlich teurer. Foto: gus

Frank Witte (SPD) hielt den Kostensprung um fast 4000 Euro bei den Rasendoppelgräbern für bedenklich. Ausschussvorsitzender Friedrich-Wilhelm Riechers (WGSR) erklärte aber, dass sonst die Kosten nicht gedeckt würden.

Lieber einmal saftig als stetig erhöhen

Ein Fachbüro hatte die neuen Gebührensätze kalkuliert, die Verwaltung arbeitete später noch ein wenig nach, weil die Politik dies gefordert hatte. Samtgemeindebürgermeister Georg Hudalla erläuterte, dass es in dem Bereich eine stetige Kostensteigerung gebe. Würden die Gebühren jetzt nur gering erhöht, müsste die Politik bald nachbessern. So habe die Kommune für einige Jahre Ruhe.

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In einem Punkt stellte sich der Fachausschuss gegen den Verwaltungsvorschlag. Im Fall von Beisetzungen von Kindern unter fünf Jahren sollten eigentlich 400 Euro an Gebühren erhoben werden, bei Frühgeburten 100 Euro. Die Politiker beschlossen, in diesen Fällen keine Gebühren zu erheben.

Ärger um späte Vorlage

Den neuen Gebührensätzen wurde einmütig zugestimmt. Der Rat muss die Empfehlung des Fachausschusses nun noch absegnen. Eingangs hatte es Kritik gegeben: Hans-Werner Kühnel (SPD) bemängelte, dass am Tag der Sitzung die Vorlage mit den neuen Gebühren noch einmal ausgetauscht worden war.

Dies habe eine gewissenhafte Vorbereitung unmöglich gemacht. Riechers entschuldigte sich dafür. Die Umstände seien ungünstig, aber es sei nicht anders machbar gewesen.

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Im Zuge der Haushaltsberatung kam im Friedhofsausschuss die Idee auf, einen Gärtner für den Bauhof einzustellen, womöglich sogar einen, der ausbilden kann. Dieser Vorstoß stammte von der Wählergemeinschaft.

Entscheidung über Gärtner-Job vertagt

Es gab zwei Lager im Ausschuss. Das eine hielt solch eine Personalie für zu kostspielig, das andere fand es nötig, ein gewisses Maß an Expertise zu sichern. Bauhof-Leiter Meier werde kaum noch weitere 20 Jahre im Amt bleiben. Unterm Strich kam dies heraus: Die Entscheidung soll dem Samtgemeindeausschuss vorbehalten bleiben.

Von Guido Scholl