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Samtgemeinde Rodenberg Tauziehen um Resolution gegen ICE-Trasse in Rodenberg
Schaumburg Rodenberg Samtgemeinde Rodenberg Tauziehen um Resolution gegen ICE-Trasse in Rodenberg
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17:45 18.09.2019
Die geplante neue ICE-Trasse sorgt vielerorts für Diskussionen. Quelle: dpa
Samtgemeinde Rodenberg

Der Planungs- und Bauausschuss der Samtgemeinde Rodenberg sollte sich in seiner jüngsten Sitzung ausdrücklich gegen den Bau einer ICE-Strecke quer durch das Schaumburger Land aussprechen. Doch das Gremium konnte sich zu einem solchen Votum nur schwer durchringen. Und das, obwohl alle Politiker gegen das Durchschneiden der Landschaft durch ein solches Bauwerk waren.

Den Antrag dazu hatte die Wählergemeinschaft eingereicht. Nach Worten ihrer Sprecherin, Nicole Wehner, ist geplant, eine Neubaustrecke entlang der Autobahn zu bauen, auf der Züge mit bis zu 300 Stundenkilometern donnern würden. Dies sei abzulehnen wegen der empfindlichen Auswirkungen auf den ländlichen Raum.

Für trassennahen Ausbau aussprechen

Die Samtgemeinde solle den Schulterschluss mit anderen Kommunen wie dem Auetal und dem Landkreis Schaumburg suchen, um breiten Protest zu ermöglichen. „Wir sollten zeigen, dass wir als Betroffene zuerst und nicht zuletzt informiert werden“, nannte Wehner einen weiteren Grund für eine entsprechende Resolution. 

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Statt einem Neubau solle sich die Samtgemeinde für einen trassennahen Ausbau der Strecke Minden-Hannover stark machen. Denn wer bereits an den Bahnlärm gewöhnt sei, für den sei das höhere Tempo der Züge kein so dramatisches Problem. Zudem stehe diesen Gebäudeeigentümern wohl besserer Lärmschutz in Aussicht, sollte trassennah ausgebaut werden.

Keiner weiß, was genau geplant ist

Die Krux ist der Deutschlandtakt, wie Baufachbereichsleiter Markus Jacobs erläuterte. Um diesen zu erreichen, müsse der ICE-Verkehr zwischen Hamm und Hannover etwa 30 Minuten schneller rollen. Auf der Bestands-Trasse werde das kaum zu erreichen sein, daher versuche der Landkreis derzeit, den Deutschlandtakt infrage zu stellen.

Konkrete Pläne sind Jacobs zufolge noch nicht öffentlich einsehbar. Alles, was in den Medien kursiere, seien Vermutungen. Weil der Kenntnisstand noch so vage sei, wandte sich Erhard Steege (Rodenberger Interessen) gegen den WGSR-Antrag. Einfach gegen etwas zu sein, ohne zu wissen, was geplant ist, halte er für verkehrt. Stattdessen solle der Rat Mitglieder in eine Arbeitsgruppe entsenden, die die Samtgemeinde gründen könnte.

Verfrühter Vorstoß?

Andrea Kölle (SPD) bestätigte Jacobs Ausführungen. Auch im Kreistag seien keine Streckenführungspläne bekannt. Allerdings soll die Maxime gelten, die Gleise möglichst flach zu verlegen, weil sowohl Bielefeld als auch Hannover auf 100 Metern über Meereshöhe liegen. Zu erwarten seien zudem bis zu 150 Meter breite Trogstrecken-Abschnitte. Erst Mitte 2020 sollen konkrete Informationen vorliegen.

Kölle hielt den Vorstoß der WGSR daher ebenfalls für etwas verfrüht. Dem schloss sich Egbert Gelfert (Hülseder Gegenwind) an. Wehner betonte, dass es auch darum geht, die Bürger möglichst frühzeitig über alles Geplante in Kenntnis zu setzen. „Die Samtgemeinde hat da eine Informationspflicht“, so Wehner. Jacobs gab ihr Recht – nur gebe es dazu aktuell nichts zum Thema zu berichten.

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Arbeitsgruppe soll kommen

Karl-Heinz Bruns (CDU) und Elisabeth Rautenberg-Röver (Grüne) hatten kein Problem damit, den WGSR-Antrag durchzuwinken. Doch der Ausschuss folgte zunächst Steeges Vorschlag, eine Arbeitsgruppe paritätisch mit Vertretern der Ratsparteien zu besetzen. Der Antrag der WGSR wurde anschließend auch noch positiv beschieden. Zu beidem muss sich der Rat noch positionieren. von Guido Scholl