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Samtgemeinde Rodenberg Trauer um Noah: Wenn Bestattungskosten zur Belastung werden
Schaumburg Rodenberg Samtgemeinde Rodenberg Trauer um Noah: Wenn Bestattungskosten zur Belastung werden
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07:35 09.08.2019
Nicht nur die Beerdigung, sondern auch die fortlaufende Pflege eines Grabes verursacht Kosten. Quelle: göt
Samtgemeinde Rodenberg

„Solche Fälle kommen in ganz seltenen Ausnahmesituationen vor“, sagte Rodenbergs Samtgemeindebürgermeister Georg Hudalla auf Anfrage. Bislang sei immer eine Lösung gefunden worden – über einen individuellen Zeitraum der Zahlungen etwa.

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Ratenzahlung kann vereinbart werden

Als Beispiel nannte Hudalla, dass ein Teil der Kosten erbracht wurde und die Zahlung der restlichen Summe in Raten erfolgte. „Wir wollen immer behilflich sein und eine Lösung finden“, sagte der Verwaltungs-Chef. Insbesondere auch deshalb, weil die Situation ohnehin schwierig sei für die Angehörigen.

Grundsätzlich variieren die Summen für Beerdigungen, alleine die Kosten zwischen einer Urnen- oder Sargbestattung unterscheiden sich deutlich. Auch die Liegezeiten spielen eine Rolle. Für die Nutzung der Kapellen fallen ebenfalls zusätzliche Zahlungen an.

Sozialamt bietet Unterstützung

Beim Sozialamt des Landkreises Schaumburg kann zudem von den Hinterbliebenen ein Antrag auf Übernahme der Bestattungskosten gestellt werden, wie es die Familie Informationen dieser Zeitung zufolge ebenfalls getan hat. Voraussetzung ist, dass es dem Antragssteller finanziell nicht zuzumuten ist, die Kosten aus eigenen Mitteln zu tragen, wie es auf der Homepage des Landkreises heißt.

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Eine feste Summe gibt es nicht. Laut Kreissprecherin Anja Gewald ist die finanzielle Unterstützung einzelfallbezogen. Die Summe kann auch deshalb nicht pauschalisiert werden, weil sich die Bestattungskosten von Gemeinde zu Gemeinde unterscheiden.

Wer springt ein, wenn es keine Angehörigen gibt?

Wenn es keine Angehörigen gibt, übernimmt die Gemeinde die Kosten für die Beisetzung. Solche Fälle kämen in der Samtgemeinde Hudalla zufolge häufiger vor. Landläufig wird in solchen Fällen von Armenbegräbnissen gesprochen. Das Ordnungsamt kümmert sich um die Abwicklung. „Das sind sehr traurige Geschichten, die abgearbeitet werden müssen“, sagte der Verwaltungs-Chef.

Gegebenenfalls wird der Nachlass des verstorbenen Menschen für die Beerdigungskosten verwendet. Grundsätzlich wird für solche Bestattungen die kostengünstigste Variante gewählt. Da es in solchen Fällen aber keine Angehörigen gibt, fällt das Beerdigungsprozedere insgesamt schlichter aus. Es gibt beispielsweise keine Trauerfeier in einer Kapelle. von Andrea Göttling