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Samtgemeinde Rodenberg Trinkwasser wird knapp
Schaumburg Rodenberg Samtgemeinde Rodenberg Trinkwasser wird knapp
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17:46 26.07.2018
Wasserschläuche sollten derzeit möglichst kein Trinkwasser mehr verspritzen. Foto: dpa
Wasserschläuche sollten derzeit möglichst kein Trinkwasser mehr verspritzen. Foto: dpa Quelle: dpa
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Samtgemeinde Rodenberg

Sowohl der Eigenbetrieb der Samtgemeinde als auch der Wasserverband Nordschaumburg appellieren an die Einwohner, zumindest kein Trinkwasser mehr im Garten zu verspritzen.

Dauerhitze und Dürre führen zu einem Anachronismus: Es kommt kein neues Niederschlagswasser hinzu, aber gleichzeitig verbrauchen die Menschen mehr Wasser als sonst. Müssen dann noch Brände gelöscht werden, werden die Vorräte umso schneller knapp, wie Wasserverbands-Geschäftsführer Werner Volker erläuterte.

Versorgung ist derzeit noch gesichert

Dessen Unternehmen versorgt in der Samtgemeinde die Stadt Rodenberg samt Algesdorf sowie die Gemeinden Apelern und Pohle. In Lauenau, Messenkamp und Hülsede erhalten die Einwohner ihr Trinkwasser von den Eigenbetrieben der Samtgemeinde. Deren Mitarbeiter Ralf Eckel sagte auf Anfrage dieser Zeitung, dass die Versorgung derzeit noch gesichert ist. Doch gehe es mit der Trockenheit noch einen Monat so weiter, werde die Lage ernst. Zumindest bis in die übernächste Woche hinein ist aber immerhin noch Dauersonne vorhergesagt.

Von einer angespannten Lage spricht Wasserverbands-Leiter Volker. Sobald mehrere Tage lang 30 Grad Celsius und mehr herrschten, steige der Wasserverbrauch in der Bevölkerung enorm an. „Wir warten jetzt händeringend auf ein paar ergiebige Schauer“, betont Volker. Auch Eckel sagt, dass das eine oder andere Gewitter den Vorrat in den Deisterquellen beziehungsweise in den Hochbehältern wieder etwas ansteigen lassen würde.

Rasen nicht mehr sprengen

Beide bitten die Bevölkerung um einen sorgsamen Umgang mit Wasser im Garten: Rasensprengen mit Trinkwasser wäre derzeit ein zweifelhafter Luxus. Auch Sportplätze sollten nicht gesprengt werden. „Wir leben in einer freien Gesellschaft. Man kann nur an die Vernunft appellieren“, so Volker. In Algesdorf habe ein Mitarbeiter gesehen, wie inmitten der Hitze der Sportplatz gesprengt wurde. So etwas dürfe nicht mehr sein.

Eine Anfrage aus Barsinghausen musste Volker in dieser Woche bereits negativ beantworten: Der Versorger der Bergbaustadt hatte um Trinkwasser aus den Reserven des Wasserverbands Nordschaumburg ersucht. Doch dieser muss zunächst die Belange der eigenen Verbraucher im Blick behalten.

Der Rekord-Sommer nach dem trockenen Frühjahr könnte auch wieder Rufe nach der Suche neuer Quellen im Deister bewirken. Der Grünen-Politiker Karsten Dohmeyer hatte einen solchen Vorstoß kürzlich unternommen.

Von Guido Scholl