Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Samtgemeinde Rodenberg Zwei Krippen, drei Feuerwehrhäuser?
Schaumburg Rodenberg Samtgemeinde Rodenberg Zwei Krippen, drei Feuerwehrhäuser?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 11.12.2017
Eine Krippe soll im kommenden Jahr in der Nähe der Kita Grover Straße entstehen. Quelle: gus
SAMTGEMEINDE RODENBERG

Diese Positionen hatte die Verwaltung auf Grundlage der vorangegangenen politischen Diskussionen in den Haushaltsplanentwurf gestellt: Je 1,2 Millionen Euro für die Krippenneubauten in Lauenau und Rodenberg, je 1,3 Millionen Euro für neue Feuerwehrhäuser in den Gemeinden Messenkamp, Hülsede und Apelern sowie weitere 40000 Euro an Planungskosten, 60000 Euro für die Feuerwehr-Altbausanierung in Pohle sowie 35000 Euro für den Bau eines Behinderten-WCs an der Apelerner Turnhalle. Hinzu kam noch Geld für die Sanierung von Gemeindeverbindungswegen.

Nicht zu schultern

Der Beschlussvorschlag der Verwaltung lautete, diese Posten so zu empfehlen. Doch kein Wunder, dass die Ausschussmitglieder solche Summen nicht wortlos abnickten. Egbert Gelfert (Hülseder Gegenwind) zog in Zweifel, dass die Samtgemeinde die Vorhaben allesamt in 2018 schultern kann, daher werde er den Posten nicht zustimmen. Baufachbereichsleiter Jörg Döpke forderte Gelfert auf, eines oder mehrere Projekte konkret zu benennen, die er streichen möchte, was Gelfert dann aber nicht tat.

Hans-Werner Kühnel (SPD) war allerdings ähnlicher Meinung wie der Hülseder. Er sei überzeugt, dass ohnehin nicht alle Bauprojekte im nächsten Jahr angeschoben würden, weshalb das Zahlenwerk Makulatur sei. Döpke entgegnete: Der Fachausschuss muss nicht den Gesamthaushalt beurteilen sondern nur die ihn betreffenden Posten. Später tagen der Finanzausschuss, der Verwaltungsausschuss und der Rat, um den Etat final zu entwickeln.

Erstmal nur eine Krippe bauen

Nicole Wehner (WGSR) strich heraus, wie wichtig Kinderbetreuung ist. Dennoch habe sie Zweifel, dass ad hoc 64 zusätzliche Krippenplätze zu schaffen sind. Daher schlug sie vor, zunächst nur eine Krippe zu bauen, die andere dann im Jahr darauf. Erhard Steege (parteilos) pochte darauf, dass Rodenberg zuerst „bedient“ wird. Die Reduzierung auf einen Krippen-Neubau empfahl der Ausschuss schließlich, wobei Rodenberg wohl in der Tat den Vorzug erhalten dürfte.

Auch hinsichtlich der Feuerwehrhäuser kam der Gedanke auf, nicht gleich drei Häuser auf einmal in Auftrag zu geben. Karsten Dohmeyer (Grüne) riet dazu, die drei Projekte sofort und baugleich anzuschieben, weil das die günstigste Lösung sei. Unter Finanzierungsvorbehalt entschied sich der Ausschuss für die Dreier-Lösung – ohne die Stimme des Pohler SPD-Politikers Kühnel.

Das letzte Wort noch nicht gesprochen

Ob es bei der Reduzierung der Krippenbautätigkeit zumindest für das Jahr 2018 bleibt, ist indes offen. Dazu müssen der Samtgemeinde-Ausschuss (nicht öffentlich) und schließlich auch der Samtgemeinderat noch Stellung beziehen. Zwar gilt es gemeinhin als Usus, Fachausschuss-Voten zu übernehmen, zumal sich in diesen Gremien die Kräfteverhältnisse des Rates widerspiegeln.

Doch speziell beim Konstrukt Samtgemeinde Rodenberg spielt immer eine wichtige Rolle, wie viele Vertreter aus Rodenberg beziehungsweise aus Lauenau und Umgebung an einer politischen Abstimmung teilnehmen. Und in diesem Fall dürften lokale Interessen erst recht von Bedeutung sein, da es schließlich um die Standortfrage – „Lauenau oder Rodenberg?“ – geht.  gus