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Auhagen Bürger wenden sich gegen zu großes Haus in Düdinghausen
Schaumburg Sachsenhagen Auhagen Bürger wenden sich gegen zu großes Haus in Düdinghausen
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00:18 09.03.2019
Das Grundstück, auf dem das Mietshaus gebaut werden soll, zieht sich von der Straße Auf der Hütte (rechts) bergab.  Quelle: sk
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Auhagen

Zu hoch, zu groß, zu gewaltig: Ein in Planung befindliches Mehrparteienwohnhaus ist den Düdinghäusern ein Dorn im Auge, vor allem den nächsten Nachbarn. Sie haben in der Einwohnerfragestunde der jüngsten Auhäger Ortsratssitzung eine Unterschriftenliste gegen das Gebäude abgegeben: Die Einwohner wehren sich gegen den Bau des zweistöckigen Mietshauses, das auf einem relativ kleinen Grundstück mitten im Ortsteil entstehen soll – in unmittelbarer Nachbarschaft anderer Häuser.

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Düdinghäuser wollen das Haus nicht dulden

Düdinghausen ist idyllisch auf dem Berg gelegen. Auf und ab gehen die Straßen. Die oft alten Wohngebäude kuscheln sich in den Hang. Das sieht derzeit für einen Neubau an der Ecke Auf der Hütte/Wiesenstraße nicht so aus. Über dem höchsten Punkt des nach Nord-Osten abfallenden Grundstücks erhebt sich laut Plan das zweistöckige Mietshaus, nochmals 50 Zentimeter über dem Niveau der Zufahrt an der Straße Auf der Hütte. Das Gefälle wird von Winkelstützen abgefangen. Dieses im wahren Wortsinn herausragende Gebäude wollen die Düdinghäuser in ihrem Ortsbild nicht dulden.

"Dafür bin ich nicht aufs Land gezogen"

„Wir sind nicht gegen das Haus“, stellte Sabrina Lorenz, die direkt neben dem Baugrundstück wohnt, in der Fragestunde klar. „Aber sie sollen das Haus niedriger bauen.“ Und: „Wir kriegen zwei Meter Mauer vor die Nase. Dafür bin ich nicht aufs Land gezogen“, so Lorenz. „Vor allem: Es ist ein Klotz“, ergänzte Beatrice Paare. „Das wird dahingequetscht. Es passt sich nicht an. Das Ortsbild ist enorm geschädigt“, befand Heidi Brandes, die die Unterschriftenliste an den stellvertretenden Bürgermeister Heiko Monden (SPD) übergab. 70 Personen haben unterschrieben. „Aus jedem der 67 Häuser in Düdinghausen mindestens eine Person“, teilte Brandes im Gespräch mit dieser Zeitung mit.

Monden pflichtet Bürgern bei

Nicht nur die hohen Mauern, die sich fast direkt vor Nachbargebäuden erheben, stoßen auf Widerstand. Die Anwohner befürchten auch, dass künftige Mieter ihre Autos an der schmalen Wiesenstraße abstellen.

Monden pflichtete den ärgerlichen und besorgten Bürger bei: „Ich stehe auf der Seite der Düdinghäuser.“ Nach „Art und Maß“ müsse das Haus in die Umgebung passen. Darüber gelte es, zu befinden. Denn für den Bereich, in dem das Haus entstehen soll, gebe es keinen Bebauungsplan. Das komme bei sehr alten Wohngebieten vor.

Bereits mehrmals wurde das Gebäude umgeplant

Im Rat ist das Haus, das eine Wunstorfer Firma bauen lässt, nicht zum ersten Mal Thema. Mehrmals bereits wurde das Gebäude umgeplant. Die Anwohner sind inzwischen beim Landkreis als Baugenehmigungsbehörde vorstellig geworden. Dort hätten sie gehört, dass die Gemeinde entscheiden müsse. Dagegen verwahrte sich Bürgermeister Kurt Blume: „Die können uns nicht den schwarzen Peter zuschieben. Die Genehmigung spricht der Landkreis aus.“

Allerdings, erklärte Monden im Gespräch mit dieser Zeitung, werde die Gemeinde an der Entscheidung beteiligt, könne Bedenken anmelden wegen der Größe und der Ausmaße des Hauses. Darüber könne sich der Landkreis aber letztlich auch hinwegsetzen.

Von Vera Skamira