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Auhagen Strategie für den Klimaschutz
Schaumburg Sachsenhagen Auhagen Strategie für den Klimaschutz
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18:12 15.03.2019
Erste Erkenntnisse über das Quartier Auf dem Rähden, Ascheweg, Ringstraße sind gewonnen. Quelle: jpw
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Auhagen

Auhagen ist in das Klimaschutzkonzept im Programm „100 Prozent Klimaschutz“ der Bundesregierung aufgenommen (wir berichteten). In einer Bürgerversammlung im Gasthaus Santorin hat Tobias Timm, früherer Chef der Klimaschutzagentur Weserbergland, erste Konzept-Ergebnisse vorgestellt. Nach Timms Berechnungen müssen 281 Auhäger, die in einem bestimmten Abschnitt des Ortes wohnen, jährlich mehr als eine halbe Million Euro Energiekosten aufwenden, um ihre Häuser und Wohnungen mit Strom zu versorgen und zu beheizen.

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114 Gebäude unter die Lupe genommen

Dafür würden rund 150 000 Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid freigesetzt. Zu viel, findet der Experte und zeigte auf: „Die Reduzierung der Energiekosten ist der schlafende Riese der Energieeffizienz.“ Vorerst hat Timm, jetzt Geschäftsführer der Target GmbH, besonders 114 Gebäude mit 157 Wohnungen sowie zehn gewerblich oder sozial genutzten Gebäude im so genannten Quartier 1 entlang der Straßen Auf dem Rähden, Aschenweg und Ringstraße unter die Lupe genommen.

Treibhausgasemissionen um 95 Prozent senken

Ziel der Gemeinde ist, die Treibhausgasemissionen bis 2050 um 95 Prozent gegenüber 1990 zu senken und den Verbrauch an Endenergie zu halbieren. Einer der nächsten Schritte sei es nun, „die Häuser zu clustern“, also sechs bis acht Gebäudetypen festzulegen, beschrieb der Fachmann den weiteren Prozess im Klimaschutzkonzept. Unter anderem verschickt er an die Hausbesitzer Fragebögen und hofft auf freiwilligen Rücklauf. „Wir können dann noch mehr in die Tiefe gehen und mehr differenzieren“, erläuterte Timm die langsame Annäherung an eine Modernisierungsstrategie für die Häuser.

Kostenlose Energieberatung

Jeder Bewohner des Quartiers kann anschließend eine kostenlose Energieberatung in Anspruch nehmen. Was er von den Vorschlägen aus dem Gespräch verwirklicht, bleibt Individualentscheidung. Ob das Verfahren zum jetzigen Zeitpunkt auch für die anderen Einwohner Auhagens außerhalb des Quartiers gilt, soll jetzt mit dem Landkreis abgeklärt werden.
Falls die Gemeinde das erste Quartier begleitend zum Sanierungsgebiet erklären würde, könnten Hauseigentümer mögliche Sanierungskosten auch steuerlich geltend machen.

Von Jan Peter Wiborg