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Hagenburg Baugebiet "Mühlenwege“ kommt: Hagenburg und Altenhagen rücken zusammen
Schaumburg Sachsenhagen Hagenburg Baugebiet "Mühlenwege“ kommt: Hagenburg und Altenhagen rücken zusammen
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14:32 07.11.2019
Blick ins Baugebiet „Am Mühlenwege“: Auf der freien Fläche soll gebaut werden, am linken Bildrand verläuft die Altenhäger Straße. Quelle: aha
Hagenburg

Der Rat des Flecken Hagenburg hat beschlossen, ein neues Baugebiet auszuweisen. Es heißt Am Mühlenwege und könnte nach dem Ausbau fast 100 Bauplätze fassen. Einige Anlieger sind nicht damit einverstanden, wie der Rat Autos in das neue Baugebiet leiten will.

Auf Lärm- folgt Verkehrs- folgt Umweltgutachten

Am Mühlenwege liegt südöstlich der Bundesstraße 441 zwischen Hagenburg und Altenhagen, zwischen Altenhäger Straße/Schradweg und Sandbrink. Im Rat skizzierte Hagenburgs Gemeindedirektor Jörn Wedemeier die Geburt des Baugebiets: Erst mussten Lärm-, dann Verkehrsgutachten bestellt werden, schließlich schauten sich Fachleute ein Jahr lang an, welche Tiere auf dem künftigen Baugebiet siedeln und welche Pflanzen dort wurzeln. „Vor zehn Jahren hat es neun Monate gedauert, so ein Gebiet zu planen, heute sind es zwei Jahre“, sagte Wedemeier.

Vor zehn Jahren hat es neun Monate gedauert, so ein Gebiet zu planen, heute sind es zwei Jahre.

Jörn Wedemeier , Gemeindedirektor Hagenburgs

Der Hunger nach Bauland ist auch in Hagenburg groß. Seit die Pläne für „Am Mühlenwege“ bekannt wurden, sind der Verwaltung 180 Blanko-Bewerbungen ins Haus geflattert. Etwa 100 Plätze könnten an der B441 entstehen. „Angesichts der Knappheit an Bauland ist ‚Am Mühlenwege‘ ein großer Schritt nach vorn“, sagte Wedemeier.

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Baubeginn möglicherweise im Spätsommer 2020

Der Rat beschloss jetzt eine Satzung, damit der Bebauungsplan in Kraft treten kann. Gleichzeitig ändert die Samtgemeinde den Flächennutzungsplan, der Antrag auf Genehmigung liegt noch im Kreishaus. Gemeindedirektor Wedemeier mutmaßte, dass „Ende Februar Baurecht für ‚Am Mühlenwege’ vorliegt“, sodass ein halbes Jahr später die Bagger anrücken könnten.

Parteivertreter loben Ausführung - und gehen auf Kritik ein

„Wir haben dieses Baugebiet gewollt“, sagte CDU-Sprecher Jörg Zschetzsche. Der Lückenschluss bringe den Flecken dem Ziel näher, die einstmals eigenständigen Gemeinden Hagenburg und Altenhagen „zusammenwachsen zu lassen“. Bürgermeister Dieter Eidtmann (CDU) nannte den Bebauungsplan „wunderbar“. Auch Detlef Gödeke (SPD) befand, dass „die Planung Hand und Fuß“ habe. Bedenken der Fraktion seien ausgeräumt worden.

„Nicht jeder“ sei so glücklich über das Baugebiet wie der Rat, merkte Gemeindedirektor Wedemeier an. Unmut entzündet sich an der Linksabbieger-Spur, die aus Altenhagen auf „Am Mühlenwege“ weist. Diese Spur müsse sein, sagte Zschetzsche, auch wenn die Bewohner der Altenhäger Straße künftig „noch stärker als jetzt schon beeinträchtigt“ würden. Sollten Bürger gegen den Bebauungsplan vor Gericht, müsse man das aushalten: „Das gehört zum Rechtsstaat.“

Der Rat stimmte fast geschlossen für das neue Baugebiet. Lediglich Monika Tautz (Grüne) enthielt sich, weil sie die Linksabbieger-Spur nicht für die beste Lösung hält. Von Arne Boecker

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