Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Hagenburg Hagenburger werden zu Lebensrettern
Schaumburg Sachsenhagen Hagenburg Hagenburger werden zu Lebensrettern
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:08 21.03.2019
Symbolbild Quelle: Fotolia
Anzeige
Hagenburg

Einer der Ersten am Ort des Geschehens war Roland Quade. „Ich war morgens auf dem Weg zu einem Kunden und erst ein paar hundert Meter gefahren, als mir der Radfahrer entgegenkam. Er fuhr ganz ruhig und langsam. Als wir ungefähr auf einer Höhe waren, eierte er aber plötzlich – im Rückspiegel habe ich dann noch gesehen, wie er auf den Seitenstreifen fiel“, berichtet er. Seine Reaktion: Vollbremsung, Warnblinker, hin zu dem Mann.

Helfer zeigen beispielhaftes Engagement

„Er war nicht ansprechbar und guckte mich mit immer kleiner werdenden Augen an, die Atmung wurde immer schwächer“, schildert Quade die Ausnahmesituation. Er habe schließlich ein weiteres Auto angehalten, auch einige Mitarbeiter umliegender Unternehmen seien zur Unterstützung herbeigeeilt. Mit einer Herzdruckmassage, die sie abwechselnd durchführten, überbrückten sie die Minuten bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes.
Die telefonische Verbindung zu den Rettungskräften hielt derweil Knut Graf. „Ich bin eigentlich nur dazugekommen und habe den Notruf gewählt. ich betrachte das als nichts Besonderes“, erzählt er. „Als der Mann nicht mehr atmete, habe ich noch ein zweites Mal angerufen und an die anderen Helfer das weitergegeben, was mir gesagt wurde.“ Das seien vor allem Tipps zur richtigen Geschwindigkeit der Herzdruckmassage und zur Liegeposition des Erkrankten gewesen.

Anzeige

Doch wie gingen die Ersthelfer mit der für sie alles andere als alltäglichen Situation um? „Auch ich habe nicht direkt einen kühlen Kopf gehabt“, sagt Quade. Potenziellen Ersthelfern, die vielleicht einmal selbst in eine solche Situation geraten, empfiehlt er: „Anhalten, nach dem Rechten sehen, Hilfe dazuholen, Ruhe bewahren, Notruf wählen.“ Graf formuliert es allgemeiner: „Ich kann nur dazu raten, dass man überhaupt hilft.“
Lob und Dank für ihren vorbildlichen Einsatz bekommen die Lebensretter vonseiten der Polizei. „Sie haben traumhaft zusammengespielt“, hebt Behördensprecher Axel Bergmann hervor. „Wir freuen uns über die Zivilcourage und den engagierten Einsatz.“ Der 86-Jährige befinde sich derzeit noch im Krankenhaus auf der Intensivstation. Dass er überlebt habe, sei auch auf das schnelle Handeln der Ersthelfer zurückzuführen.

Von Thomas Rocho