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Hagenburg Überfüllt und zu teuer: Hagenburger Rat kritisiert Schulbusverkehr
Schaumburg Sachsenhagen Hagenburg Überfüllt und zu teuer: Hagenburger Rat kritisiert Schulbusverkehr
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06:50 06.11.2019
Zwischen Hagenburg und Stadthagen geht es an den Bussen selten so geordnet zu wie auf diesem Bild aus Berlin. Quelle: Symbolfoto, dpa
Hagenburg

Viel Unmut ist am Montagabend durch das Sitzungszimmer gewabert, als der Hagenburger Rat getagt hat. Die Schimpfe richtete sich an die Kreispolitik, die den Busverkehr organisiert.

Ärger zieht sich durch alle Fraktionen

Der Hagenburger Rat ärgert sich vor allem darüber, wie der Landkreis Jugendliche morgens zur IGS und zu den Gymnasien nach Stadthagen karren lässt, um sie nachmittags zurück nach Hagenburg bringen zu lassen.

Der Ärger zieht sich durch alle Fraktionen. Jörg Zschetzsche, CDU: „Es ist nicht erkennbar, dass der Landkreis auf diesem Feld nachhaltig handelt.“ Zschetzsche bezog sich auf den Nahverkehrsplan, den der Landkreis alle fünf Jahre fortschreibt. In der überarbeiteten Version, die derzeit in den Kommunen diskutiert wird, findet Zschetzsche unter „Ziele“ nach eigener Aussage „sehr, sehr wenig Inhalt“.

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Das Thema beschäftigt mich seit mindestens anderthalb Jahrzehnten.

Detlef Gödeke , SPD-Ratsmann in Hagenburg

Detlef Gödeke, SPD, begann seinen Kommentar mit einem Seufzer: „Das Thema beschäftigt mich seit mindestens anderthalb Jahrzehnten.“ Er vermutete, dass der Landkreis „aus wirtschaftlichen Gründen“ keine Verbesserungen auf den Weg bringt.

Volle Busse, falsche Zeiten, überteuerte Preise

Die Analyse der Schwachstellen, die der Hagenburger Rat vornahm, ergab dies: Die Busse sind zu voll, zu teuer, und sie fahren zu den falschen Zeiten. In der Einwohnerfragestunde meldeten sich Eltern zu Wort, die von teils dramatischen Drängeleien berichteten.

ÖPNV-Ärger in Sachsenhagen

Gelegentlich blieben auf dem Rückweg Schüler am Straßenrand zurück, weil sie nicht mehr in den Bus passten. So erklärt sich, dass zwar jeden Tag 149 Schüler von Hagenburg nach Stadthagen und zurück müssen, aber nur 80 den Bus nehmen. Die andere Hälfte steigt in das Elterntaxi.

Die kritische Stellungnahme zum Nahverkehrsplan geht jetzt ans Kreishaus. Nicht viel Hoffnung machte Gemeindedirektor Jörn Wedemeier den Politikern und Eltern: „Eine kurzfristige Verbesserung wird wohl nicht zu schaffen sein.“ von Arne Boecker

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