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Sachsenhagen Christian Schaefer: Ein Schauspieler zwischen den Welten
Schaumburg Sachsenhagen Sachsenhagen Christian Schaefer: Ein Schauspieler zwischen den Welten
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00:22 01.02.2019
Christian Schaefer ist begeistert von den authentischen Orten, in denen er „Der komische Alte“ in Schaumburg aufführt. Quelle: jpw
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Sachsenhagen/Auhagen

Sein Zuhause ist für den Berliner Schauspieler Christian Schaefer ganz klar Auhagen mit dem Nachbarort Sachsenhagen. „Kuhle 5, dort wo meine Eltern den Friseursalon hatten“, sagt der 39-Jährige. Er lehnt sich zurück in den bequemen Polstersessel bei Bäcker Brösche in Sachsenhagen, vor sich auf dem Tisch eine Tasse Kaffee.

Mit einer Armbewegung und einem Blick aus dem Fenster beschreibt Schaefer wichtige Wege seiner Kindheit und Jugend. Die Zeitung zu holen bei Leimbachs am Markt, genau wie die Brötchen von Brösches, gehörte zum kleinststädtischen Leben, das Schaefer offenbar noch im Rückblick genießt.

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So fing Schaefer Feuer für die Schauspielerei

Mit der Schulzeit in Stadthagen, der Ausbildungszeit als Versicherungskaufmann in Hannover und seiner Schauspielausbildung in Berlin hat er in aufsteigender Größe der Orte Stadterfahrung gesammelt. Dabei lernte er nach seiner Einschätzung eine andere Welt kennen als die grünen Wiesen rund um das Elternhaus in Auhagen in der Ringstraße.

Feuer für die Schauspielerei fing Schaefer in Hannover: Er durfte einige Tage in das Schauspielhaus reinschnuppern, in diese weitere, komplett „andere Welt“, wie er selbst sagt.
Der nicht immer einfache Weg führte ihn für drei Jahre in eine harte Ausbildung mit viel Bühnenpraxis an die Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin. Engagements in Stuttgart und Baden-Baden folgten.

Seit dem Sommer 2015 ist Schäfer beim Theater 89 in Brandenburg engagiert. Eine professionelle aber freie Bühne, die sich in der Nachfolge Brechts nicht nur dem Ensemblespiel verschrieben hat. Das Theater fördert die Zusammenarbeit mit Laien, mit Kulturvereinen und Kirchengemeinden und pflegt zu Schulen und Schülern rege Kontakte.

Drei Wochen in Berlin, eine in Auhagen

Diese Idee des Theaterspielens gefällt Schaefer. Der Auhäger hat sie mit nach Schaumburg genommen und in seinen monatlichen Lebensrhythmus – jeweils drei Wochen Berlin und eine Woche Auhagen – eingepasst.

Mit dem Ein-Mann-Stück „Der komische Alte“ gastiert Schaefer zusammen mit dem Cellisten Nikolaus Herdiekerhoff derzeit im Schaumburger Land. „Dass Niko aus Bückeburg stammt, habe ich erst erfahren, als ich ihn schon lange kannte“, meint Schaefer. „Der komische Alte“ ist eine von den Rollen, die ihn besonders reizen. So etwas mit Schräglage, ein knorriger Alter, ein „verknarzter Typ“.

Hier kann man Christian Schaefer live erleben

In Bückeburg, Lindhorst, Bergkirchen und Düdinghausen ist er bereits aufgetreten und begeistert von den „authentischen Orten“. Da ist er wieder, der Kontakt zu Kindheit und Jugend, die die Gastspiele zu Heimspielen machen: „Im Gasthaus ‚Zur Erholung‘ in Düdinghausen habe ich als Kind mal eine Cola getrunken“, erinnert er sich. Und im Ludwig-Harms-Haus in Bergkirchen?

Dorthin verlegte Pastor Kalkusch den Unterricht der Sachsenhäger Konfirmandengruppe, der Schaefer angehörte. Als etwas Besonderes nahm es der Auhäger wahr, als er den Ordnungshüter seiner Kindheit, den Sachsenhäger Udo Platz, als Zuschauer in das Theaterspiel um Einbildung, Lüge und Wahrheit, Fakten und Fakes einbeziehen konnte.

Christian Schaefer ist mit „Der komische Alte“, geschrieben von Tadeusz Rózewicz, am Freitag, 15. März, um 19 Uhr, im evangelisch-lutherischen Gemeindehaus in Steinhude zu erleben, am Sonnabend, 6. April, um 20 Uhr im Kesselhaus in Lauenau und am Sonntag, 7. April, um 19.30 Uhr im Kurtheater in Bad Nenndorf.

von Jan Peter Wiborg