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Sachsenhagen Spaß mit schuppigen Eroberern in der Wildtierstation
Schaumburg Sachsenhagen Sachsenhagen Spaß mit schuppigen Eroberern in der Wildtierstation
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20:28 09.08.2019
Glatt statt glitschig: Miriam Obermüller aus der Wildtierstation zeigt den Kindern den Königspython „Klaus“ – der gefahrlos gestreichelt werden darf
Sachsenhagen

Ein kleines Quiz zum Einstieg für Reptilienkenner und die, die es werden wollen: Wie lassen sich Schildkröten ganz einfach voneinander unterscheiden? Wie fühlt sich die Haut einer Schlange an? Wie viele Augen haben Bartagamen? Ohne Probleme beantworten können diese Fragen die Kinder, die jüngst in der Wildtierstation zu Besuch waren.

Grünes aus dem Wald

Zunächst ging es zum Futtersammeln in den Wald: „Die Versorgung gehört auch dazu, nicht nur das Streicheln“, sagte Miriam Obermüller, die den Umweltpädagogikbereich leitet. „Schildkröten fressen den ganzen Tag und alles, was Grünzeug ist – Salat, Pflanzen, Kräuter. Sie lassen sich aber nur die Blätter schmecken.“

Chef unter den Landschildkröten in der Station ist das Exemplar 2677-18, Spitzname „Rambo“. Dass er diesen nicht grundlos trägt, erfuhren die Kinder beim Gehegeputzen und Füttern der Tiere. Rambo war nicht so ganz mit dem Besuch einverstanden, raste auf die bunten Schuhe zu (Schildkröten können Farben sehen), zog seinen Kopf ein – und nutzte seinen Panzer als Rammbock. Eher lustig anzusehen als schmerzhaft.

Dennoch: Seinen Körpereinsatz bezahlte Rambo mit Stubenarrest – ohne Fernsehen! „Mal sehen, ob er hört und sich daran hält“, sagte Obermüller. Tat er. Für gut fünf Sekunden, dann ging es wieder auf Kollisionskurs. Lernen konnten die Kinder auch dabei etwas: „Schildkröten sind ganz schön schnell!“

Die Landschildkröten waren aber nur der Anfang. Auch Wasser-, Schnapp- und Suppenschildkröten lernten die Kinder kennen. Weiter ging es zu den Schlangen, wo eine echte Schlangenhaut befühlt werden konnte – die so lang war, wie drei der Kinder zusammen groß sind. Danach durfte auch eine lebendige Schlange gestreichelt werden. Berührungsängste hatten weder die jungen Besucher noch Klaus, der Königspython.

Bei den Bartagamen stand dann wieder eine Fütterung an. Die Mädchen und Jungen ließen sich davon nicht einmal abhalten, als Obermüller die Mahlzeit präsentierte: Käferlarven, Schaben und Heimchen. Für Staunen sorgte die Schnelligkeit der Bartagamen auf der Jagd. Beeindruckend war auch ihr Aussehen. „Die Stacheln sollen aber nur gefährlich aussehen und sind nicht spitz“, sagte Obermüller.

Die eingangs gestellten Fragen blieben natürlich nicht unbeantwortet und sollen es hier auch nicht bleiben: Schildkröten lassen sich anhand der Zeichnung auf ihrem Bauch unterscheiden. „Keine sieht von unten gleich aus, sie haben dort sozusagen einen Fingerabdruck“, erklärte Obermüller. Die Haut einer Schlange fühlt sich „ glatt, nicht glitschig“ an – und „voll schön“, wie die Kinder befanden. Und Bartagamen haben nicht nur zwei, sondern drei Augen – eines auf der Oberseite ihres Kopfes. „Damit können sie Licht und Schatten und damit Fressfeinde wahrnehmen, die von oben kommen“, so Obermüller.

Von Thomas Rocho