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Sachsenhagen Wildtierstation Sachsenhagen nimmt zwei verwaiste Seeadler auf
Schaumburg Sachsenhagen Sachsenhagen Wildtierstation Sachsenhagen nimmt zwei verwaiste Seeadler auf
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14:17 01.08.2019
Wildtierstationsleiter Dr. Florian Brandes birgt einen der stark geschwächten Seeadler im Wald Quelle: Reinhard Hoffknecht / Florian Brandes
Sachsenhagen

Mit nur zehn Tagen Abstand hat die Wildtier- und Artenschutzstation in Sachsenhagen zwei junge Seeadler aufgenommen. Beide Exemplare des lange Zeit bedrohten, größten Greifvogels Europas waren im Raum Neustadt am Rübenberge hochgradig abgemagert und geschwächt aufgefunden worden.

Den ersten Adler fanden Mitarbeiter der Ökologischen Schutzstation Steinhuder Meer bereits Anfang Juli – und brachten ihn in die Wildtierstation. Bei dem Tier handelt es sich um einen männlichen Jungvogel, der zum Zeitpunkt seines Auffindens mit rund zweieinhalb Kilogramm Gewicht stark untergewichtig und nicht mehr flugfähig war.

Seeadler vermutlich Geschwister

Der zweite Seeadler wurde etwa eine Woche nach dem ersten Fund auf einem Forstweg entdeckt. Nachdem der Vorsitzende des Nabu Neustadt, Reinhard Hoffknecht, die Wildtierstation verständigt hatte, konnte der weibliche Jungvogel von Stationsleiter Florian Brandes in einer spätabendlichen Aktion im Wald eingefangen werden. „Auch dieser Jungadler war so geschwächt, dass er mit Sicherheit verhungert wäre, wenn man ihn nicht gefunden hätte“, teilt die Wildtierstation mit.

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Da der Fundort des zweiten Jungvogels nur eineinhalb Kilometer vom Fundort des ersten entfernt war, ist den Tierexperten zufolge davon auszugehen, dass es sich um Geschwister handelt – beide Adler können erst vor kurzem aus dem Horst ausgeflogen sein und sich noch nicht sehr weit von diesem entfernt haben. Der Standort des Horstes ist allerdings nicht bekannt.

Sender bei der Auswilderung

Ebenfalls unbekannt ist, warum gleich beide Jungadler den Anschluss an die Eltern verloren haben. Die Führung durch die Altvögel ist in den ersten Wochen nach dem Ausfliegen lebensnotwendig, bis die Jungvögel gelernt haben, sich selbst zu versorgen.

Nachdem die Jungvögel nun wieder kräftig genug sind, sollen sie zur Kontrolle der Auswilderung einen Sender erhalten. Damit kann regelmäßig ihr Standort ermittelt werden, um sie weiter zuzufüttern und vor Ort sehen zu können, ob sie sich in gutem Gesundheitszustand befinden. Die Patenschaft und Kosten für die rund 1000 Euro teuren Sender übernehmen der Deutsche Falkenorden – Bund für Falknerei, Greifvogelschutz und Greifvogelkunde – und der Nabu Neustadt, der zu diesem Zweck auch noch Spenden sammelt. Weitere Informationen zu diesem Thema gibt es unter www.nabu-neustadt.de.

Der männliche Jungadler hat sich in kurzer Zeit erholt und gut an Gewicht zugelegt. So konnte er bereits letzte Woche freigelassen werden. In den ersten Tagen nach der Auswilderung hielt er sich westlich der Wildtierstation im Schaumburger Wald auf und holte sich auch noch angebotenes Futter ab. r/tro

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