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Sachsenhagen Wildtierstation will Bestand von Wechselkröte retten
Schaumburg Sachsenhagen Sachsenhagen Wildtierstation will Bestand von Wechselkröte retten
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15:20 04.09.2019
Quelle: pr.
Sachsenhagen

Mit Erfolg beteiligt sich die Wildtier- und Artenschutzstation Sachsenhagen derzeit an einem Projekt zum Schutz der bedrohten Wechselkröte. Im Auftrag der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Wolfenbüttel zieht die Schaumburger Einrichtung seit dem Frühjahr Jungkröten auf – bis heute wurden bereits 867 dieser Tiere sowie über 3000 Quappen ausgewildert. „Das erste Jahr der Aufzucht ist somit gut verlaufen“, zieht Stationsleiter Florian Brandes in einer Pressemitteilung eine erste Bilanz.

Die Verbindung mit Wolfenbüttel kommt nicht von ungefähr: Die Amphibien mit dem wissenschaftlichen Namen „Bufotes viridis“ stehen in Niedersachsen auf der Roten Liste bedrohter Tierarten. Darin nehmen sie neben der Gelbbauchunke einen unrühmlichen Spitzenplatz ein: Beide sind „vom Aussterben bedroht“. Als nächste und letzte Stufe würde nur noch „ausgestorben oder verschollen“ folgen.

80 Prozent des Bestandes eingebüßt

Die Wechselkröte hat laut Brandes in den letzten 100 Jahren rund 80 Prozent ihres Bestandes eingebüßt – und kommt nur noch an wenigen Standorten in den Landkreisen Wolfenbüttel und Helmstedt vor. „Die Sicherung der noch bestehenden Vorkommen ist daher absolut entscheidend für den Erhalt der Art in Niedersachsen“, so der Fachmann.

Um dies zu erreichen, wurde im Mai eine Laichschnur aus einem Gewässer des letzten stabilen Vorkommens entnommen und von Marieke Neßmann, der Leiterin der Ökologischen Nabu-Station Aller/Oker (ÖNSA), nach Sachsenhagen gebracht. In Obhut der Wildtierstation wurde das sehr verlustreiche Quappenstadium überbrückt, um aus den Eiern eine größere Anzahl Jungkröten heranzuziehen, als in der Natur aufgewachsen wären.

Auswilderung in Wolfenbüttel

Im Rahmen einer sogenannten Bestandsstützung werden diese Jungkröten im Kreis Wolfenbüttel dort ausgewildert, wo in den letzten Jahren Populationsrückgänge zu verzeichnen waren oder früher vorhandene Bestände der Kröte verschwunden sind. Auch am Entnahmestandort wurden Tiere ausgewildert, um den Verlust durch die Laichentnahme auszugleichen. Begleitet werden diese Maßnahmen von Aufwertungen der Lebensräume, um möglichst langfristig stabile Populationen aufzubauen.

In Zukunft wollen die Beteiligten das Projekt fortführen. „Mit den Erfahrungen aus dem ersten Jahr werden wir die Haltung weiter optimieren und hoffen, im nächsten Jahr eine noch höhere Anzahl junger Wechselkröten für die Auswilderung zur Verfügung stellen zu können“, so Brandes. r/tro

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