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Samtgemeinde Sachsenhagen Die Attraktivität erhöhen
Schaumburg Sachsenhagen Samtgemeinde Sachsenhagen Die Attraktivität erhöhen
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18:05 26.05.2017
Symbolbild Quelle: dpa
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SAMTGEMEINDE SACHSENHAGEN

In den Mitgliedsgemeinden Sachsenhagen, Hagenburg, Wölpinghausen und Auhagen gibt es im Moment vier Ärzte für Allgemeinmedizin, drei Zahnärzte, vier Spezialisten aus dem Bereich Regeneration sowie zwei Ergotherapeuten. Von einer Ausnahme abgesehen sind sie alle in Sachsenhagen oder Hagenburg tätig. Eine Konstellation, die Samtgemeindebürgermeister Jörn Wedemeier als normal ansieht: „Mit je drei Ärzten in Sachsenhagen und Hagenburg gestaltet sich die aktuelle Lage hervorragend. In den beiden weiteren Gemeinden gibt es derzeit keine Hausärzte. Dies ist angesichts ihrer Einstufung jedoch nicht ungewöhnlich.“

Ärztemangel allgegenwärtig 

Während Sachsenhagen sowie Hagenburg als Grundzentren eingruppiert sind, gibt es für Wölpinghausen und Auhagen dort keine Einstufung. Allerdings könnte sich die Situation innerhalb der Stadt Sachsenhagen in nicht allzu weiter Zukunft erheblich verändern: „Unter den Sachsenhäger Medizinern sind zwei, die bereits ein wenig älter sind. Da gilt es dann irgendwann wegen ihrer Nachfolge zu schauen.“

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Das Phänomen Ärtzemangel auf dem Land ist, obwohl es in der Samtgemeinde momentan nicht akut ist, allgegenwärtig. Tobias Preising, Projektkoordinator für „urban rural solutions“, ein Programm der Region Hannover, weiß: „Wir werden für die Zukunft Lösungen brauchen. Das Durchschnittsalter der Ärzte in den Kreisen Schaumburg und Hameln-Pyrmont liegt aktuell bei 55 Jahren.“ Die Ursachen dafür, dass mittlerweile recht wenige junge Menschen Hausärzte werden, seien dabei verschieden: „Die Arbeitszeit liegt in vielen Fällen bei über 60 Stunden in der Woche. Rente mit 63 Jahren eine Ausnahme. Viele bevorzugen daher eine Tätigkeit als angestellte Ärzte. Wir müssen die Attraktivität erhöhen.“

Enger Austausch ist wichtig

Ein Weg, den etwa auch die Stadt Stadthagen geht, besteht in der finanziellen Unterstützung junger Ärzte, die sich auf dem Land niederlassen. Diese könne sich etwa darin äußern, dass Kommunen den Medizinern bei der Praxiseinrichtung helfen, zum Beispiel durch Bereitstellung von Räumlichkeiten, sagt Preising.

Um dies zu gewährleisten, stünde man in ständigem und engem Austausch mit Kliniken, Kommunen und anderen Einrichtungen. So hatte es am Dienstag, 17. Mai, schon einen Workshop zum Thema Ärztemangel gegeben, ein zweiter folgt am Mittwoch, 14. Juni, im Kreishaus Stadthagen. Mit schnellen Ergebnissen sei dabei freilich nicht zu rechnen: „Ich denke, dass es erst 2018, 2019 konkrete Lösungen gibt. Aktuell gilt es, die erarbeiteten Ansätze genauer zu fassen, Wege aus der Situation zu finden.“ ano