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Samtgemeinde Sachsenhagen Ratsgruppe will Katzen-Kastrationspflicht für Sachsenhagen
Schaumburg Sachsenhagen Samtgemeinde Sachsenhagen Ratsgruppe will Katzen-Kastrationspflicht für Sachsenhagen
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15:27 03.07.2019
Freilaufende, nicht kastrierte Katzen sind ein Problem in Sachsenhagen - eine Verordnung, die die Bürger zu Maßnahmen verpflichtet, gibt es nicht. Das könnte sich jetzt ändern. Quelle: Symbolbild/dpa
Samtgemeinde Sachsenhagen

Nach Angaben des CDU/WGS-Sprechers Klaus-Dieter Drewes sind allein in den vergangenen vier Wochen insgesamt zehn wildlebende Katzen aus der Samtgemeinde in das Tierheim Stadthagen gebracht worden. „Aus einer Katze können ruckzuck ganz viele werden“, meinte Drewes, man müsse sich der Verantwortung für die in der Samtgemeinde wildlebenden Katzen stellen. Alle umliegenden Gemeinden hätten eine entsprechende Verordnung mit einer Registrierungspflicht für freilebende Katzen, sagte er.

Verordnung aus Stadthagen als Vorbild für Sachsenhagen?

Dem Antrag seiner Fraktion hat er deshalb nicht nur eine Kopie der Verordnung aus der Kreisstadt Stadthagen beigefügt, über die er den Samtgemeinderat abstimmen lassen will. Auch eine „Katzenpyramide“ ist beigefügt, die belegen soll, dass aus einem wildlebenden Katzenpaar, das im Jahr zweimal Nachwuchs mit je drei Jungen bekommt, theoretisch bei gleicher Vermehrungsrate in zehn Jahren 80 Millionen Katzen werden könnten.

Drewes will aber nicht nur die Halter in die Pflicht nehmen. In dem Verordnungsentwurf können auch diejenigen für die Kastrationskosten für eine freilaufende Katze verantwortlich gemacht werden, die ihr regelmäßig Futter zur Verfügung stellen.

Diskussion auf Facebook: Viele Stimmen, eine Meinung

Zuletzt hatte die Stadthäger Tierheimleitung starke Kritik an der Situation in der Samtgemeinde geübt, während die Verwaltung selbst in einer fehlenden Verordnung kein Problem sah. Daraufhin wurde das Thema auch bei Facebook rege diskutiert – die einhellige Meinung: Eine Kastrationspflicht muss sein.

Unter anderem äußerte sich der Sachsenhäger Tierarzt Eberhard Anton dazu. „Es gibt ein paar Brennpunkte, an denen es immer wieder zu unkontrollierter Vermehrung kommt. Diese wurden in der Vergangenheit meistens durch engagierte Bürger, welche sich der Katzen annahmen, aus der Welt geschafft“, schreibt er. „Wenn es also keine ‚Probleme‘ mit Fundkatzen und unkontrollierter Vermehrung gibt, dann ist das erstens auf engagierte Bürger zurückzuführen, zweitens spricht dann ja nichts gegen eine Kastrationspflicht.“

Wenn es keine ‚Probleme‘ mit Fundkatzen und unkontrollierter Vermehrung gibt, dann ist das erstens auf engagierte Bürger zurückzuführen, zweitens spricht dann ja nichts gegen eine Kastrationspflicht.

Eberhard Anton , Der Sachsenhäger Tierarzt kommentiert das Thema auf Facebook

Überhaupt, so Anton, sei es nicht in Ordnung, das Problem sich unkontrolliert vermehrender, freilaufender Katzen den Engagierten zuzuschieben und sich auf diese Weise aus der Verantwortung zu ziehen. „Da darf sich die Allgemeinheit, welche davon profitiert, gerne einklinken. Wir reden doch nicht über Unsummen.“

Und Peggy Finke brachte es aus Privathalter-Sicht ebenfalls auf den Punkt: „Ich finde die Kastrationspflicht gut. Unsere Katze ist den ganzen Tag draußen, sie kann einfach Katze sein.“ Und weiter: „Für die Kater ist sie uninteressant. Erst kastriert, dann raus. Nur so geht es. So geht Tierliebe! Alles so laufen lassen ist verantwortungslos!“

Von Jan Peter Wiborg und Thomas Rocho