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Seeprovinz „Bis an die Schmerzgrenze gegangen“
Schaumburg Sachsenhagen Seeprovinz „Bis an die Schmerzgrenze gegangen“
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19:25 27.07.2018
Quelle: Archiv
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BOKELOH

Nach langen und schwierigen Verhandlungen haben sich das Unternehmen und der Betriebsrat im Einigungsverfahren auf den Plan geeinigt. „Die Mitarbeiter des Werkes Sigmundshall, das zum Jahresende die Herstellung von Kaliprodukten einstellen wird, haben jetzt mehr Sicherheit für ihre persönliche Zukunft“. teilt das Unternehmen in einer Pressemitteilung mit.

„Ich bin froh, dass es uns in der Einigungsstelle gelungen ist, einen Kompromiss zu erarbeiten, mit dem wir unseren Mitarbeitern eine Perspektive bieten können,“ sagt Thomas Nöcker.

Wechselprämie zwischen 10000 und 40000 Euro

Der K+S-Vorstand: „Beide Seiten sind bis an ihre Schmerzgrenze gegangen und haben nach einem Weg gesucht, mit dem die schmerzliche, aber notwendige Personalreduzierung so verträglich wie möglich gestaltet werden kann.“ Ziel des Unternehmens sei es, möglichst vielen Mitarbeiter, die in Sigmundshall nicht weiter beschäftigt werden können, eine berufliche Perspektive an einem anderen Standort der K+S Gruppe zu eröffnen.Um dieses Ziel zu erreichen, hält K+S sein Angebot einer Wechselprämie zwischen 10000 und 40000 Euro für Umzüge oder Pendelfahrten aufrecht.

Wer seine Änderungskündigung nicht unterschreibt, erhält die Kündigung zum 31. Dezember 2018 mit Anspruch auf eine Abfindung.

In Sachen Abfindung hätten sich beide Seiten auf eine variablere Berechnung geeinigt. Sie berücksichtige neben den Jahren der Betriebszugehörigkeit auch das Alter des Mitarbeiters und weitere Punkte, sagte K+S-Sprecher Ulrich Göbel. Die Abfindungen seien gestaffelt. Eine Abfindung wird auch gezahlt an all jene, die seit dem 17. Mai gekündigt haben.

Auszubildende bleiben unberührt

„Wir werden jetzt, nachdem alle Voraussetzungen geklärt sind, mit allen Mitarbeitern Einzelgespräche führen“, sagte Göbel. Das sei allein arbeitsrechtlich eher nicht möglich gewesen. Mitarbeiter hatten die Werksleitung massiv dafür kritisiert, dass versprochene Einzelgespräche bis zum Zeitpunkt der Änderungskündigungen nicht geführt worden sind. „Jetzt haben wir die Kriterien für die Sozialauswahl plus den Sozialplan“, sagte Göbel.

K+S habe definiert, für welche Arbeiten ab 1. Januar 2019 Mitarbeiter gebraucht werden. Wer bleiben kann, hänge jetzt auch von Entscheidungen der Mitarbeiter ab, ob sie in ein anderes Werk wechseln wollen oder nicht.

Unberührt davon sind die Ausbildungsverträge. Jeder jetzige und künftige Auszubildende – derzeit sollen es 50 junge Menschen sein, die in vier Berufen ausgebildet werden – werde seine Lehre auf Sigmundshall beenden.