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Seeprovinz Kampf gegen die Verlandung des Steinhuder Meers
Schaumburg Sachsenhagen Seeprovinz Kampf gegen die Verlandung des Steinhuder Meers
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17:31 23.12.2018
Mit einer Messlatte wird die Stärke der Schlammschicht geprüft.
Mit einer Messlatte wird die Stärke der Schlammschicht geprüft. Quelle: Susann Brosch
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Kampf gegen die Verlandung: Zum Jahreswechsel wird wieder Schlamm aus dem Steinhuder Meer in den Polder Kolkdobben bei Mardorf gepumpt. Vor Steinhude wurden vor zwei Jahren 120 000 Kubikmeter entfernt, vor Mardorf 2017 insgesamt 55 000 Kubikmeter abgesaugt. In diesem Winter sollen weitere 100 000 Kubikmeter folgen.

Mit einem Saug-Spülverfahren soll regelmäßig in den strömungsarmen, touristisch genutzten Bereichen Schlamm beseitigt werden. „Wir werden hier nie ein tiefes Gewässer für große Segelyachten haben, wie in Süddeutschland. Das wollen wir auch nicht. Wir wollen mit den Entschlammungsarbeiten den Status quo erhalten“, betont Conrad Ludewig vom Amt für regionale Landwesentwicklung (ArL), der das Projekt betreut.

Zehn Stunden Arbeit am Tag

Seit Anfang November ist der Schwimmbagger der niederländischen Firma Schilder vor Mardorf dabei, den Schlamm abzusaugen. In 50 Metern Entfernung zum Ufer arbeitet er sich vom Seehotel bis zur Weißen Düne durch die Sedimente. Die Rohrleitung besteht aus zehn Meter langen Teilstücken; bis zum Polder Kolkdobben ist sie 2000 Meter lang. „Sie liegt auf Grund und kann bei Bedarf verschoben werden“, erläutert Ludewig. Der Schwimmbagger ist mit drei Stahlstützen im Grund verankert, damit er während der Arbeit nicht abtreibt, und mit 16 Metern flexibler Schwimmleitung einigermaßen manövrierfähig.

Die drei holländischen Mitarbeiter arbeiten zehn Stunden am Tag, von Montag bis Donnerstag. „Wir wohnen im Strandhotel und fahren am Wochenende nach Hause“, sagt Gerard Strootmann, der bereits seit 23 Jahren Fachmann für die Entschlammung von Gewässern ist. „Die Niederländer bringen einfach die meiste Erfahrung für diese Aufgabe mit und liegen bei den Ausschreibungen ganz weit vorne“, sagt Ludewig.