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Seeprovinz Kann das Kaliwerk Energie speichern?
Schaumburg Sachsenhagen Seeprovinz Kann das Kaliwerk Energie speichern?
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23:29 13.09.2019
Wo vor einem Jahr noch der Kaliabbau lief, soll künftig Energie gespeichert werden. Quelle: sok
BOKELOH

In der Zwischenzeit sollen weitere Informationen eingeholt werden. Das Pumpspeicherwerk soll vorübergehend die Spitzenlast abdecken, die bei der Produktion von Strom durch erneuerbare Energien entsteht. Robert Lehmann, Leiter des Baureferats, kündigte zunächst Gespräche mit der Werksleitung von Sigmundshall an. Zudem soll ein Experte hinzugezogen werden. In der Einwohnerfragestunde am Ende der Bauauschusssitzung äußerte ein Anlieger Bedenken gegen den unterirdischen Speicher: Ob diese Anlage Bergschäden an seinem Haus auslösen könnte, fragte er.

Die Dreier-Gruppe setzt bei ihrer Initiative darauf, dass sich Fördergeld für eine Machbarkeitsstudie auftreiben lässt. Die Politiker denken an die Leuchtturm-Richtlinie, mit der die Region Hannover herausragende Projekte für den Klimaschutz fördert. Doch auch Förderprogramme des Landes oder des Bundes könnten passen.

Salzlaugen im Gespräch

In ihrem Antrag betonen die Autoren, dass die Nachnutzung des Kaliwerks Sigmundshall für Wunstorf von großer Bedeutung ist. „Auch wenn wir nicht darüber entscheiden, sollten wir auf eine umweltverträgliche, innovative und zukunftsfähige Lösung hinwirken“, heißt es in dem Antrag der Mehrheitsgruppe. Eine solche Anlage sei nicht nur eine sinnvolle Nachnutzung, sondern auch ein Beitrag zum Klimaschutz.

Laut Antrag ist ein Pumpspeicherwerk auch dann machbar, wenn K+S das Werk mit Wasser verfüllt. Der Konzern will dazu ab 2021 Salzlaugen nutzen, die von anderen Standorten stammen und entsorgt werden müssen.

Die Antragsteller verweisen auf einen Bericht des Deutschlandfunks. Demnach funktionieren Pumpspeicherwerke so, dass sie Wasser mit nicht benötigter Energie in die Höhe pumpen. Wenn die Energie gebraucht wird, kann das Wasser wieder nach unten strömen. Mit einigen Änderungen ließe sich das auch in Bergwerken umsetzen.

Bergwerk soll sinnvoll genutzt werden

Wenn die Untersuchung bestätigt, dass das Werk sich für diesen Zweck eignet, könnten die Stadtwerke nach Vorstellung von SPD, Grünen und FDP das Projekt betreiben. Dazu müssten sie sich vielleicht mit Teilhabern zu einem Konsortium zusammentun. Im Vorfeld der Sitzung des Bauausschusses hatte Stadtsprecher Alexander Stockum gesagt, dass man „natürlich zunächst mit K+S Kontakt aufnehmen“ werde.

Um das Bergwerk nach dem Ende des Kaliabbaus sinnvoll zu nutzen, sind schon unterschiedliche Ideen aufgekommen. So ist der Vorschlag zu hören, den Schlamm aus dem Steinhuder Meer dorthin zu bringen. Diskutiert worden ist auch schon, ob die Erdwärme aus der Tiefe genutzt werden könnte.

Der Stellungnahme der Stadt zum Weiterbetrieb der Rekal-Anlage, in der ein Enddatum für den Betrieb gefordert wird, stimmte der Ausschuss zu. sok