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Seeprovinz Lina Salecker feiert 100. Geburtstag: Harte Arbeit prägt langes Leben
Schaumburg Sachsenhagen Seeprovinz Lina Salecker feiert 100. Geburtstag: Harte Arbeit prägt langes Leben
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08:28 23.09.2019
Lina Salecker hat auch mit 100 Jahren noch gut Lachen. Quelle: geb
Bergkirchen

Lina Salecker kocht ihr eigenes Essen, führt ihre eigenen Telefonate und schreckt nicht vor der Treppe zurück – mit 100 Jahren. Ihren Geburtstag hat die Bergkirchenerin am Sonntag im Kreis von Familie und Freunden in Nienbrügge gefeiert.

Aufgewachsen ist Salecker in Münchehagen. Wenn sie zurückblickt und über ihr Leben spricht, entgeht ihr kein Datum und kein Detail. „Meine Eltern waren Kaufleute mit einem Gemischtwarenladen“, erinnert sie sich. „Von der Peitsche bis zur Nadel konnten die Bauern bei uns alles bekommen.“ Nach dem Ende ihrer Schulzeit 1934 arbeitete Salecker zunächst als Bürokraft in einer Ohndorfer Molkerei, später als Verwaltungsangestellte im Gemeindebüro von Münchehagen.

Zwei Jobs und Knochenarbeit

Ein besonders einprägsames Erlebnis in der Kriegszeit war für sie die Ankunft von 350 Flüchtlingen aus Hannover im Oktober 1943. „Das waren Frauen mit Kindern, die nur ihre Kleidung dabei hatten“, erzählt sie. Schon in der folgenden Nacht fiel Hannover einem schweren Bombardement zum Opfer.

1944 heiratete Salecker das erste Mal, aus der Ehe ging ihr Sohn Ulrich hervor, der schon 1989 verstarb. Die zweite Ehe schloss sie 1955, mit ihrem Mann baute Salecker zwei Jahre später ein Haus in Winzlar. „Dort haben wir 39 Jahre gelebt und zweimal angebaut.“ Für die Gemeinde Winzlar arbeitete Salecker gelegentlich als Rechnungsführerin von zu Hause aus und kellnerte in einem Gasthaus. „Das war Knochenarbeit bis in die Nacht“, sagt sie über die Zeit.

Arbeitseifer hält fit

Nach der Gebietsreform 1974 arbeitete die dann zweifache Mutter für die Stadt Rehburg-Loccum und ging fünf Jahre darauf in Rente. Nach dem Tod ihres Mannes 1996 kehrte sie Winzlar den Rücken und zog zur Familie ihres zweiten Sohnes Frithjof nach Bergkirchen. „Eigentlich wollte ich damals nur ein paar Jahre hier bleiben“, so Salecker. Die Verbundenheit zu ihrer Heimatregion habe sie nie ganz abgelegt. Bis heute begeistert vom Stricken, Häkeln und Basteln fand sie über ihre Handarbeitsgruppe aber Kontakt im Ort. Etwa fünf Jahre hatte die Gruppe bestand.

Ihr ständiger Arbeitseifer sei es auch gewesen, der Salecker bis heute fit gehalten hat, ist sie sicher. Selbst nach einem Schlaganfall habe sie mit Übungseifer gegen die Lähmungserscheinungen im linken Bein angekämpft. „Damals habe ich mir gesagt: Es muss einfach wieder gehen.“ von Gerrit Brandtmann

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