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Seeprovinz Schlammproblem im Visier
Schaumburg Sachsenhagen Seeprovinz Schlammproblem im Visier
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17:21 28.01.2019
Die bisherige Praxis der Schlammentnahme hält die Notgemeinschaft für nicht ausreichend.
Die bisherige Praxis der Schlammentnahme hält die Notgemeinschaft für nicht ausreichend. Quelle: jpw
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Seeprovinz

Die Notgemeinschaft Steinhuder Meer will das Thema Schlamm im Steinhuder Meer jetzt offensiv angehen. Der Vorsitzende Johannes Franke stellt wieder einmal die seit einigen Jahren gängige Praxis des Landes Niedersachsen als Seeeigentümers infrage: Im Schnitt werde dem Steinhuder Meer jeweils der Jahreszuwachs an Schlamm wieder entnommen.

Alte Strömungsverhältniss wieder herstellen

Bereits 2016 hatte Franke für die Notgemeinschaft, der Nutzer des Sees und Vereine am Steinhuder Meer angehören, ein großes Konzept und eine nachhaltige Schlammentnahme gefordert, um die „alten Strömungsverhältnisse und Wasserqualitäten wieder herzustellen“.

Kontamination unbefriedigend aufgeklärt

Jetzt nimmt sich Franke das Thema Schadstoffbelastung des Schlammes besonders vor und zweifelt bisherige Messergebnisse an: „Aus Sicht der Notgemeinschaft ist die angebliche Kontamination bisher unbefriedigend aufgeklärt“, meint der Rechtsanwalt. Die vorliegenden Erkenntnisse seien methodisch fraglich gewonnen und „insgesamt widersprüchlich“, behauptet er. Die Erkenntnisse seien für ihn nicht seriös.

Frage klären, ob Schlamm als Rohstoff zu gebrauchen ist

Für die Notgemeinschaft hängt alles von der Frage ab, ob der Schlamm als Rohstoff weiter zu gebrauchen sei, oder deponiert werden müsse. Spätestens der warme Sommer des vergangenen Jahres hat in den Augen von Franke bewiesen, dass es einer groß angelegten Entschlammung und Sanierung des Meeres bedürfe. Der Schlamm müsse insbesondere in den Deipen, dem tiefsten Bereich des Meeres, in großen Mengen entnommen werden.

Arbeitsgruppe ins Leben gerufen

Um initiativ zu werden, hat die Notgemeinschaft jetzt eine Arbeitsgruppe zum Schlammproblem ins Leben gerufen. Dieser gehören unter anderem auch zwei ehemalige Dezernenten der Verwaltung des Landkreises Schaumburg an: Karl-Erich Smalian, ehemals verantwortlich für die Abfallwirtschaft des Landkreises Schaumburg, sowie Ursula Müller-Krahtz, langjährige Sprecherin des Landkreises, Chefin des Rechtsamtes und der Naturschutzabteilung.

Von Jan Peter Wiborg