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Seeprovinz Segler fordern Entschlammung des Steinhuder Meeres
Schaumburg Sachsenhagen Seeprovinz Segler fordern Entschlammung des Steinhuder Meeres
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14:23 06.10.2019
Die Verbandsvertreter schauen sich das Schöpfwerk Hagenburg an. Quelle: pr.
Steinhude/Rehburg

Nun haben sich Vertreter des Kreisverbandes für Wasserwirtschaft, des Wasser- und Bodenverbandes Steinhuder Meerbruch und Vertreter der Wettfahrtvereinigung Steinhuder Meer (WVStM) zu einem Ortstermin getroffen.

„Gerade bei den Einschränkungen für Wassersportler wird das Thema Trockenheit und niedriger Wasserstand deutlich und überregional wahrgenommen“, teilte Gaylord Kurre, Geschäftsführer des Unterhaltungs- und Landschaftspflegeverbands Meerbach und Führse, mit.

Wenn es an Regen fehlt, hat der Verband, der das Meer wasserwirtschaftlich betreut, kaum Möglichkeiten einzugreifen. „Das Steinhuder Meer hat keinen markanten Zulauf. Die wenigen kleinen Zuflüsse sind inzwischen alle mehr oder weniger trocken. Der Löwenanteil der Wasserverluste ist auf Verdunstung zurückzuführen“, sagt Kurre. Schon an einem sonnigen, windigen Tag könne der Wasserspiegel bis zu sieben Millimeter sinken.

Problem ist, dass der Wasserstand nur um wenige Zentimeter schwanken darf. Gibt es zuviel Wasser, läuft der See über und flutet Felder. Durch die Trockenlegung liegen angrenzende Flächen inzwischen tiefer als das Meer selbst. Sinkt der Wasserspiegel zu weit ab, wird der Schlamm im Meer zum Problem für Segler und Schiffe. Kurre vergleicht es „mit einer Pfütze, die zwar zweieinhalb mal vier Meter groß ist, aber nur einen Millimeter tief.“

Normalerweise sinkt der Wasserspiegel im Sommer um 20 Zentimeter und steigt im Winter wieder an. Das trockene Jahr 2018 ließ den Wasserstand aber um einen halben Meter fallen. Da die Regenmengen auch in den Wintermonaten unter dem langjährigen Durchschnitt lagen, reichte die Erholung nicht aus, um normale Werte zu erreichen.

„Die Segler starten mit 20 Zentimeter unter Normal in die Saison“, sagte Friedrich Göing, Versitzender der WVStM. Inzwischen hat der See weitere 25 Zentimeter verloren. „An vielen Stellen ist Segeln gar nicht mehr möglich. Der Yachtclub Wolfsburg hat bereits seine Mitgliedschaft gekündigt“ so Göing weiter.

Dem Unterhaltungsverband macht der Segler-Dachverband keinen Vorwurf. Er habe alles, was möglich war, umgesetzt. Der Vorsitzende des Seglerverbandes mahnt schnelle Hilfe und eine langfristige Lösung an. Seiner Ansicht nach sei eine umfassende Entschlammung notwendig, die deutlich über die bisherige Menge von 70.000 bis 100.000 Kubikmetern im Jahr hinausgehe. Dazu werden jedoch ausreichend große Polderflächen in der Nähe des Meeres benötigt.

Göing appellierte an die Landwirtschaft, einem Tausch von Flächen zuzustimmen, um diese anlegen zu können. „Wir sollten alle in einem Boot sitzen“, sagte er.
Bei der Bereisung schauten sich die Experten einige Punkte der Unterhaltung der Fließgewässer an wie das Schöpfwerk Hagenburg, den Winzlarer Grenzgraben und das Steinhuder Meer bei Mardorf.

Auch das Ablasswerk, über das das Steinhuder Meer Wasser in den Meerbach abgibt stand auf dem Plan. Das Management des Meeres sei ihrer Ansicht nach eine Herausforderung, weil der Flachsee ökologisch wie ökonomisch gleichermaßen wichtig ist. Anke Lütjens