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Seeprovinz Steinhuder-Meer-Konferenz diskutiert umstrittene Frage
Schaumburg Sachsenhagen Seeprovinz Steinhuder-Meer-Konferenz diskutiert umstrittene Frage
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06:58 11.11.2019
Kitesurfer haben Seen und Meere erobert. Quelle: pr
Neustadt/Steinhude

Mit Heiner Haass (Hochschule Anhalt) hatten die Veranstalter einen Experten gebeten, die „Möglichkeiten und Grenzen“ des Wassersports auf dem Steinhuder Meer zu beleuchten. Wassersport sei „finanziell für viele machbar“, biete sowohl „ruhige als auch prickelnde Sportarten“, sei ein „soziales und familiäres“ Freizeitvergnügen, besitze ein „sehr gutes Image“ und könne von früher Jugend bis ins hohe Alter ausgeübt werden, analysierte Haass.

Als traditionelle Angebote benannte er Segeln, Surfen, Schwimmen, Motorboot, Kanu und Rudern. Innerhalb dieser Sparten habe es mit der Zeit „Vertiefungen“ gegeben, sagte Haass. Beispiel Surfen: Hier gibt es inzwischen Kiter und Wakeboarder. Die Entwicklung geht weiter: „Wir werden bald Drohnen sehen, die Surfer durch das Wasser ziehen“, meinte Haass. Dabei verarbeiten sie Informationen über das Wetter und den Bootsverkehr auf dem Gewässer.

Digitalisierung macht nicht an den Ufern halt

Ohnehin werde der Trend zur Digitalisierung nicht an den Ufern haltmachen, sagte Haass. Als Einsatzfelder benannte er Boote, deren Rumpf und Segel digital getrimmt werden, sowie Schwimmstege, deren Höhe sich auf den Wasserstand einstellt.

Diese Form von intelligenten Stegen würde auch älteren Menschen helfen, weil sie Ein- und Ausstieg erleichtern. „Senioren halten den Wassersport aufrecht“, sagte Haass, „wenn diese Generation wegbricht, bekommt der Sport riesige Probleme.“

„Wassersport-Cluster“ als Lösung

Die derzeitigen Strukturen im Wassersport gründen auf dem Vereinswesen, das vielerorts auf die fünfziger Jahre zurückgeht. Diese Orientierung sei „nicht zukunftsfähig“, meinte Haass. Heute wollten sich Menschen nicht mehr auf eine Sportart festlegen. Die Lösung sieht er in „Wassersport-Clustern“, die als Service-Center alle Angebote bündeln, die es vor Ort gibt – ohne dass man sich an einen Verein binden muss.

Von Arne Boecker

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