Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Seeprovinz Wasserspiegel des Steinhuder Meeres immer noch viel zu niedrig
Schaumburg Sachsenhagen Seeprovinz Wasserspiegel des Steinhuder Meeres immer noch viel zu niedrig
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:53 03.01.2019
Immer noch befindet sich sehr wenig Wasser im Windhorngraben, einem der beiden Zuflüsse auf der Südseite des Steinhuder Meers.
Immer noch befindet sich sehr wenig Wasser im Windhorngraben, einem der beiden Zuflüsse auf der Südseite des Steinhuder Meers. Quelle: jpw
Anzeige
Seeprovinz

Gegenüber dem sommerlichen Tiefststand von 37,56 Metern über Normalnull sind nach der telefonischen Ansage des Pegels Wilhelmstein inzwischen wieder 13 Zentimeter dazugekommen. Allerdings fehlt noch einmal nahezu die doppelte Wassermenge: Der Wasserspiegel müsste um weitere 36 Zentimeter steigen, um den winterlichen Wasserstand von bis zu 38,05 Metern über Normalnull zu erreichen.

Laut dem gültigen Betriebsplan des Steinhuder Meeres sollte der Wasserstand – ausreichend Wasser vorausgesetzt –  höchstens zwischen 37,80 Meter NN und eben 38,05 Metern NN schwanken. August Lustfeld, Geschäftsführer des Kreisverbandes für Wasserwirtschaft in Nienburg, führt die Aufsicht über das Wehr im Meerbach, dem einzigen Abfluss des Flachsees.

Das kleine Polster von fünf Zentimetern zum angestrebten Wasserstand von 38,00 Meter NN nutzt Lustfeld in niederschlagsreicheren Wintern, um insbesondere Wassersportlern zum Frühjahr hin gute Bedingungen bieten zu können.

Langsame Erholung

Trotz der für die nächsten Tage angekündigten Niederschläge ist gegenwärtig daran nicht zu denken. Zwar führt speziell am Südufer ein Graben wie der Südbach wieder viel Wasser. Doch es ist Oberflächenwasser aus dem westlichen Steinhude, das um den See herumgeleitet wird.

Rund 2,6 Millionen Kubikmeter Wasser liefert einer der beiden echten verbliebenen Zuläufe des Meeres, der Winzlarer Grenzgraben, in durchschnittlichen Jahren. Aber auch der Wasserlauf, der das Wasser aus den Rehburger Bergen bündelt, erholt sich nur langsam. Der Windhorngraben als zweiter Zulauf auf der Südseite liefert gewöhnlich etwa 600 000 Kubikmeter Wasser im Jahr. Er führt immer noch sehr wenig Wasser.

Der etwas höhere Wasserstand kaschiert am Südufer für das Auge die Tiefststände des vergangenen Sommers: Vor der Spundwand am Schiffsanleger an den Strandterrassen wird der sandige Grund wieder von Wasser überspült und auch auf der Badeinsel hat sich das Wasser dem Streifen genähert, der als Strand vorgesehen ist. Auch am Hagenburger Anleger ist dort, wo die Promenade beginnt, der Schlick fast überall wieder knapp vom Wasser überdeckt.

Von Jan Peter Wiborg