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Seeprovinz Wedemeier fordert erneut Ortsumgehung für Hagenburg
Schaumburg Sachsenhagen Seeprovinz Wedemeier fordert erneut Ortsumgehung für Hagenburg
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07:46 08.08.2019
So soll die Wunstorfer Nordumgehung verlaufen. Hagenburg, ein Stück westlich gelegen und von der B 441 durchzogen, fürchtet zunehmenden Verkehr. Quelle: HAZ-Grafik
Hagenburg/Wunstorf/Lüneburg

Das Oberverwaltungsgericht (OVG) in Lüneburg hat im Normenkontrollverfahren die ersten Termine festgesetzt. Im Mittelpunkt stehen die Fragen, ob die Nordumgehung zu Recht gegenüber anderen Varianten bevorzugt wurde und ob ein Landwirtschaftsbetrieb in seiner Existenz gefährdet ist.

Von dem Bau der Wunstorfer Umgehung wäre wohl auch der Flecken Hagenburg stark betroffen. Gemeindedirektor Jörn Wedemeier erneuert darum eine seit Jahrzehnten diskutierte Forderung: „Die Fortsetzung (eine Ortsumgehung auch für Hagenburg, d. Red.) muss kommen“, sagt er.

Die Verkehrsströme würden sich durch den Bau der Straße in Wunstorf verändern, der „Querfeldein“-Verkehr abseits der A2 über Hagenburg werde zunehmen. „Für eine normale Routenplanung, aber auch für Schwerlasttransporter wird die Strecke interessanter, weil sie kürzer und schneller ist.“ Ähnlich hatte sich auch schon Bürgermeister Dieter Eidtmann geäußert.

Vorteil für die Wohngebiete

Klar sei aber auch, so Wedemeier, dass Wunstorf die Umgehung brauche. Zudem würde diese nicht nur Nachteile für Hagenburg mit sich bringen. Er geht von einer Attraktivitätssteigerung für die hiesigen Wohngebiete aus – gerade aus Sicht der Menschen, die mit dem Auto in Richtung Wunstorf und Hannover pendeln.

Die drei Kläger müssen zum Teil Land für den Neubau hergeben und monieren Rechtsfehler – Verfahrensfehler, aber auch Inhaltliches wie zum Beispiel unzureichenden Arten- und Wasserschutz.

Kosten auf 40 Millionen Euro geschätzt

Die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr hatte im Dezember 2016 ihre Planung für die rund 6,5 Kilometer lange Umgehung im Verlauf der B 441, die auch durch Hagenburg führt, abgeschlossen. Der Bund führt den Bau als vordringlichen Bedarf, die Strecke soll die Ortsdurchfahrten von Wunstorf, Luthe und Blumenau deutlich entlasten. Die Kosten wurden zuletzt auf gut 40 Millionen Euro geschätzt.

Die Straßenbaubehörde rechnet mit dem Baustart in Wunstorf für Anfang/Mitte 2021. Daran, dass das Gericht die Umgehung ganz kippt, glaubt kein Planer. Ein Zeitrahmen, der für eine mögliche Hagenburger Umgehung ohnehin völlig utopisch ist: Im Bundesverkehrswegeplan 2030 haben die Pläne für den Flecken weiter nicht die höchste Priorität. Sie laufen nach wie vor unter „Weiterem“ statt „Vordringlichem“ Bedarf.

Von Sven Sokoll und Thomas Rocho