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Wölpinghausen Plattdeutsche Karnevalssitzung geplant
Schaumburg Sachsenhagen Wölpinghausen Plattdeutsche Karnevalssitzung geplant
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00:25 24.11.2018
Platt wird gesprochen bei den Golanjecken – nicht nur von Joachim-Wilhelm Sölter (von rechts), Hartmut Ahrens und Sabine Bulthaup, die sich beim Karnevalsauftakt im Kreise der Fünkchen und Funken präsentierten. 
Platt wird gesprochen bei den Golanjecken – nicht nur von Joachim-Wilhelm Sölter (von rechts), Hartmut Ahrens und Sabine Bulthaup, die sich beim Karnevalsauftakt im Kreise der Fünkchen und Funken präsentierten.  Quelle: jpw
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Wölpinghausen

Eine Karnevalssitzung auf Platt – diese besondere Attraktion haben sich die Golanjecken für ihre 33. Session ausgedacht.
Zwar haben die unentwegten Narren einige versierte Plattsprecher in ihren eigenen Reihen, doch für die Sitzung, die am Sonntag, 24. Februar, über die Bühne im Kuppelsaal (Dorfgemeinschaftshaus) gehen wird, werden noch weitere Interessenten gesucht.

Sprechanlässe schaffen

„Wer selbst einen Sketch, Gesang oder eine Büttenrede in Plattdeutsch absolvieren möchte“, sagt Karnevalspräsident Joachim Wilhelm Sölter, „der ist herzlich willkommen.“ Mit Sabine Bulthaup haben die Golanjecken eine versierte Plattsprecherin in der Gemeinde. Sie wird die Sprache ihrer westfälischen Heimat bei den Golanjecken auf die Bühne bringen. Dabei ist auf jeden Fall auch Hartmut Ahrens, der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Plattdeutsch der Schaumburger Landschaft: „Ich bereite einen Beitrag vor“, meint er. Ahrens unterstützt das Vorhaben der Golanjecken. Plattdeutsch sei keine Umgangssprache mehr, meint er. Deshalb sei es gut, wenn Sprechanlässe geschaffen würden.

Von Kindesbeinen an mit Platt aufgewachsen

Für Sölter ist die Idee einer plattdeutschen Sitzung naheliegend: Im „Infanterieregiment Graf Wilhelm, in dem außer ihm noch weitere Golanjecken aktiv sind, wird das Plattdeutsche nach Möglichkeit gepflegt. Er selbst ist von Kindesbeinen an mit Platt aufgewachsen, seit seiner Jugend spricht er es auch. Ahrens hofft darauf, über den Karneval an ein ganz neues Publikum zu gelangen: „Jeder spricht so, wie er spricht“, meint er auf die Frage nach dem korrekten Platt.

Karnevalspräsident sieht es locker

Die Sprache habe sich immer weiter entwickelt, spätestens nach dem Zweiten Weltkrieg hätten sich dann auch hochdeutsche Wörter eingebaut. Der Karnevalspräsident sieht es ebenfalls locker. Er erwartet verschiedene Variationen der plattdeutschen Sprache unter dem närrischen Dach im Dorfgemeinschaftshaus. „Die Golanjecken stellen sich der Herausforderung“, sagt Sölter, in der Hoffnung, neue Fans für die alte Sprache zu begeistern.

Von Jan Peter Wiborg