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Sachsenhagen Kinder erleben einen Tag mit Igeln
Schaumburg Seeprovinz Sachsenhagen Kinder erleben einen Tag mit Igeln
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18:09 17.04.2019
An den offenen Enden des Tunnels beobachten die Kinder, ob der Igel darin vom Napf frisst. Quelle: sk
Sachsenhagen

Schnuppern wie ein Igel, herauskriegen, ob so ein stacheliger Geselle im Garten wohnt und da beisein wie, ein Igel ausgewildert wird – dies haben gestern 13 Kinder in der Wildtier- und Artschutzstation erlebt. Als Ferienspaß war ein Igeltag ausgeschrieben.

Spuren des Igels sichern

Igel leben versteckt;  man sieht sie oft nur zufällig. Miriam Obermüller zeigte den Kindern, wie trotzdem festgestellt werden kann, ob im heimischen Garten ein Igel lebt. Wenn sich das Tierchen nicht blikcken lässt, kann man sich aber seine Spuren sichern. Die Tierpflegerin legte dazu einen in Längsrichtung aufklappbaren hölzernen Tunnel auf den Rasen. In die Mitte der Konstruktion setzte sie ein Schälchen mit Katzenfutter.

Die Kinder belagerten die Tunnelenden

Der Tunnelweg wurde mit weißen Papierseiten ausgelegt. Darauf sollte der kleine Besucher beim Verlassen der Röhre die Spuren sein Pfötchen hinterlassen – in dem er in Farbfelder trat, die frisch aus einem Gemisch aus blauer Kreide und Salatöl vor und hinter dem Fressnapf aufgetragen wurden. Obermüller klappte nach den Vorbereitungen den Tunnel zu, der nun aussah wie eine riesige Toblerone-Packung. Sie holte einen Igel, der bereits aus dem Winterschlaf geweckt worden war und setzte ihn an einen Tunneleingang. Die Kinder belagerten die Tunnelenden und versuchten zu sehen, ob der kleine Winterschläfer das Katzenfutter zu schätzen wusste. Das Tierchen leckte allerdings lieber die Wände des Tunnels ab. Aber seine Pfötchen wurden blau und hinterließen die gewünschten Spuren.
Genau beobachten konnten die Kinder die Nase des Igels, der seine Umgebung beschnüffelte.

Eine Spürnasen-Schnitzeljagd organisiert

Das hatten die Kinder auch probiert. Vor dem Tunnel-Experiment gab es eine Spürnasen-Schnitzeljagd. In Bäumen und Hecken hatte Obermüller Papiertücher gesteckt, getränkt mit Lavendel- beziehungsweise Pfefferminzöl. Buchstaben an den Tüchern, die mit Nasen-Einsatz gefunden werden mussten, ergaben für die zwei gegnerischen Suchteams jeweils ein Lösungswort. „War gar nicht so einfach“, kommentiert Marike (6).
In der Station haben in diesem Winter 66 Igel überwintert, die jetzt nach und nach aufgeweckt und später in die Natur entlassen werden. Wer selbst einen der Igel auswildern will, kann sich an die Station wenden, Telefon (0 57 25) 70 87 30.

Von Vera Skamira