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Stadthagen Ortsteile 40 Jahre Schutzhütte Brandshof: 1996 wäre fast Schluss gewesen
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Ortsteile 40 Jahre Schutzhütte Brandshof: 1996 wäre fast Schluss gewesen
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15:27 22.07.2019
Der Rohbau der Schutzhütte Brandshof ist im November 1979 fertiggestellt worden. Das 40-jährige bestehen möchte der Verkehrsverein im August mit einem Sommerfest feiern. Quelle: Tina Bonfert (Archiv)
Wendthagen

In diesem Juni ist die traditionelle Sonnenwendfeier des Verkehrsvereins Wendthagen/Ehlen ausgefallen. Doch gefeiert werden soll in diesem Jahr auf jeden Fall noch, wie der Vorsitzende Wolfgang Krumsiek betont. Anlässlich des 40. Geburtstages der Schutzhütte Brandshof wird es nämlich ein Fest im Spätsommer geben.

40 Jahre Schutzhütte: So wird gefeiert

Am 24. August sollen alle mitfeiern, die gern dabei sein möchten. „Wir werden keine großen Reden schwingen“, verspricht Krumsiek mit einem Augenzwinkern.

Schon frühzeitig habe sich der Verein auf den Verzicht der Sonnenwendfeier geeinigt, „zumal der Termin in diesem Jahr mit dem Schützenfest Stadthagen zusammengefallen wäre“, erklärt Krumsiek die Entscheidung. Er ist sich jedoch sicher, dass das fest im Spätsommer ebenso gut angenommen werden wird. Zumal mit dem „40.“ auch noch ein besonderer Anlass bestehe.

Wie genau es damals zu dem Bau gekommen sei, ließe sich gar nicht mehr wirklich sagen, sagt Krumsiek. Ob die Initiative aus dem Verein kam oder dem Ortsrat – „die Unterstützer waren vielseitig engagiert, maßgeblich vorangetrieben haben das Projekt Helmut Göbel und Dieter Timm“. Auf jeden Fall habe der Verein später die Verwaltung und Pflege übernommen.

Vor der Grundsteinlegung wird das Schweinehäuschen abgerissen

Wie aus der Vereinschronik zum 50-jährigen Jubiläum hervorgeht, ist 1978 mit den Planungen für die Hütte begonnen und im selben Jahr sind die Anträge auf Genehmigung gestellt worden.

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Vor der Grundsteinlegung musste zunächst die alte Saukörnung abgerissen werden. Das alte Schweinehäuschen, in dem im Winter das Futter gelagert worden war, fiel am 12. April 1978. Daraus entstand dann später die aus Sandsteinen gefertigte Rückwand der Brandhütte.

Mehr als 2000 Stunden ehrenamtlicher Einsatz

Die offizielle Grundsteinlegung erfolgte am 28. April 1979. Bereits zuvor liefen die Vorbereitungen zur Einrichtung der Baustelle. So mussten rund 400 Meter Stromkabel von Emil Ullrich bis zum Bauplatz verlegt werden.

Unter der Leitung von Architekt Helmut Göbel und dem Förster Jobst Wagener leisteten zahlreiche Helfer aus den Reihen des Verkehrsvereins weit mehr als 2000 Arbeitsstunden. Besonders aktiv waren die als „Rentnerband“ bekannt gewordenen Senioren des Vereins.

So viel Geld steckt insgesamt in der Schutzhütte

Im November 1979 wurde der Rohbau fertiggestellt. Der Bau kostet 11.000 D-Mark. Zuschüsse vom Landkreis (3000 Mark) und vom Ortsrat (1600 D-Mark) minderten die Vereinskosten. Außerdem griffen eine Menge Unternehmen dem Verein mit Sachspenden unter die Arme.

„So hat uns die Forstverwaltung Holz zur Verfügung gestellt“, weiß Krumsiek. Am Ende lag der Gesamtwert der Hütte bei rund 40.000 D-Mark. Gemeinsam mit Helfern, Sponsoren und Gästen konnte am 6. September Einweihung gefeiert werden.

Darum wäre die Hütte 1996 fast verloren gegangen

Schock im Jahr 1996: Wegen einer Steinbrucherweiterung droht der Verlust der Hütte. Der Verein wehrt sich heftig gegen diese Pläne und unterstützt eine Bürgerinitiative, die dann zwei Jahre später Erfolg hat – die Hütte bleibt.

So erfreut sie sich auch heute noch großer Beliebtheit. Neben den regelmäßigen Veranstaltungen des Verkehrsvereins wird sie aufgrund der guten Erreichbarkeit von Vereinen, Schulen, Kindergärten und Familien genutzt. Die Wochenenden sind laut Krumsiek meist alle belegt.

So können auch Sie die Hütte für eine Veranstaltung anmieten

Das Kreisforstamt zieht die Hütte alljährlich in ihre Waldjugendspiele ein, und das Forstamt war es auch, dass einen kleinen Abenteuerspielplatz errichtet hat, der sich laut Krumsiek zu einem richtigen Highlight entwickelt hat.

Seit 2007 kümmert sich Peter Leo als Hüttenwart um die Verwaltung. Wer die Schutzhütte gegen eine Spende für eine private Veranstaltung mieten möchte, kann sich telefonisch an ihn wenden: (0 57 21) 52 94. 25 Gäste haben dort Platz, „aber das Marktklosterrott hat auch schon seine Quartierschaftskapelle hineinbekommen“, erinnert sich Krumsiek lachend. von Mira Colic

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