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Stadthagen Ortsteile Abraham Sohou darf seine Ausbildung in Obernkirchen beenden
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Ortsteile Abraham Sohou darf seine Ausbildung in Obernkirchen beenden
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17:51 27.07.2019
Abraham Sohou (links) darf mindestens für die Dauer seiner Ausbildung zum Altenpfleger in Deutschland bleiben. Vor Kurzem stand noch eine Abschiebung des Ivorers im Raum, der in Obernkirchen lebt und arbeitet. Mit ihm freut sich Gemeindekirchenrat Klaus Schernewsky. Quelle: isa
Wendthagen/Obernkirchen

„Ich bin sehr froh darüber, dass ich meine Ausbildung hier zu Ende machen kann“, so der 28-jährige Flüchtling. Der gebürtige Ivorer wird für die nächsten zwei Jahre nun seine Lehre in dem Beruf als Altenpfleger in Obernkirchen fortführen und auch in der Bergstadt leben. Diese hatte er bereits begonnen, bevor eine Abschiebung nach Italien im Raum stand.

Vorbildlich integriert - plötzlich droht die Abschiebung

Wie berichtet, war Sohou im vergangenen Jahr nach Deutschland gekommen, hatte sich vorbildlich integriert, freiwillig Deutschunterricht genommen. Plötzlich stand dann allerdings seine Abschiebung im Raum. Durch das sogenannte Dublin-Verfahren, was eine Rückführung nach Italien - in das Land, in dem Sohou das erste Mal europäischen Boden betreten hatte - fordert.

Ich bin sehr froh darüber, dass ich meine Ausbildung hier zu Ende machen kann. Danach muss ich gucken, wie es weitergeht.

Abraham Sohou , Altenpflege-Azubi

Schaumburger setzen sich für Sohou ein

Nicht nur der Singkreis der Kirchengemeinde Wendthagen, in dem sich der 28-Jährige engagiert, auch viele Politiker hatten sich anschließend für den Flüchtling eingesetzt. Aufgrund der Berichterstattung mobilisierten sich etliche Schaumburger. Sie konnten – ähnlich wie die Bekannten des Mannes – nicht begreifen, warum jemand abgeschoben werden soll, der sich in der Altenpflege engagieren will. Und das in Zeiten des Fachkräftemangels.

Sohou darf bleiben - vorerst

Unter anderem Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius und der Landesbeauftragten für Integration, Doris Schröder-Köpf, hat Sohou die Wende zu verdanken. Im November vergangenen Jahres erhielt der Ivorer eine vorläufige Aufenthaltsgestattung.

Jetzt dann das vorläufige Happy End: Sohou darf vorerst bleiben und seine Ausbildung beenden. „Danach muss ich gucken, wie es weitergeht“, erklärt der Flüchtling. Aber erst einmal ist er glücklich, dass er für die kommenden Jahre bei seinen neuen Freunden bleiben darf. isa