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Stadthagen Ortsteile Ein „Schandfleck“ für Enzen?
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Ortsteile Ein „Schandfleck“ für Enzen?
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00:18 29.07.2018
Das Erscheinungsbild des Gebrauchtwarengeschäfts ist der CDU ein Dorn im Auge.
Das Erscheinungsbild des Gebrauchtwarengeschäfts ist der CDU ein Dorn im Auge. Quelle: jcp
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Enzen

Eine Beschwerde über den Heimwerkermarkt Second in der Ortsmitte von Enzen hat den CDU-Stadtverband Stadthagen auf den Plan gerufen.

In einer Mitgliederversammlung der Partei hatte eine Anwohnerin sich unter anderem über Ruhestörungen, mangelnden Sichtschutz und den aus ihrer Sicht ortsbildschädigenden Charakter des Gebrauchtwarenladens beschwert.

Patrik Völkoi, der Betriebsleiter des Geschäfts, weist die teils harschen Vorwürfe zurück.

„Wir haben auf dem Areal höchstens mal bis 19 Uhr gearbeitet, um Möbel aus dem Transporter ins Geschäft zu räumen“, erklärt Völkoi.

Die Darstellung, dass teils bis in die späten Abendstunden Betrieb auf dem ehemaligen Raiffeisen-Gelände herrsche, sei unwahr – abgesehen davon, dass der Betrieb Völkoi zufolge laut Bauordnung durchaus befugt wäre, bis 22 Uhr auf dem Grundstück zu arbeiten. „Das nutzen wir aber gar nicht“, sagt der Betriebsleiter.

Einbrecher machen Second zu schaffen

Zur Auflage eines vereinbarten Sichtschutzes heißt es von der CDU, dieser hänge „wie Lumpen herunter“. Völkoi sagt dazu, er habe bereits angefangen, Zaun und Sichtschutz zu reparieren, zum Beispiel im Abschnitt der Seitenstraße Untere Kreuzbreite.

Aber: „Hier gibt es nachts regen Betrieb, der Zaun wird immer wieder überklettert und Sachen gestohlen.“ Das werfe die Arbeiten am Zaun immer wieder zurück.

Völkoi ist eigenen Angaben zufolge durchaus an einer friedvollen Nachbarschaft interessiert. „Wenn Nachbarn auf die Einbrüche reagieren und die Polizei rufen würden, wäre allen geholfen“, sagt der Betriebsleiter.

CDU-Vorsitzender spricht von "Schandfleck"

Für die CDU ist der Heimwerkermarkt derweil keine gute Visitenkarte für Enzen. „Bei der Begutachtung des Grundstücks fielen sofort viele Gerätschaften auf, die jeder als ‚Schrott‘ bezeichnen würde“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Zu sehen seien rostige Fahrräder, verrottete Reifen und verwahrloste Altgeräte. Der Stadtverbandsvorsitzende Jens Klugmann spricht gar von einem „Schandfleck“.

Patrik Völkoi findet diese Darstellung unfair. „Wenn man etwas negativ darstellen will, dann ist das alles Schrott“, sagt der Betriebsleiter.

Tatsächlich fänden in seinem Geschäft aber Dinge einen Abnehmer, die anderswo weggeschmissen würden. „Im Schnitt stehen die Sachen drei bis sechs Wochen hier.“ Sollte sich bis dahin kein Käufer gefunden haben, wanderten die Artikel auf einen zertifizierten Schrottplatz, den das Unternehmen am Georgschacht betreibt.

Verwundert über Auftreten der CDU

Verwundert ist Völkoi auch über das Auftreten der CDU.

Als sich eine Delegation der Partei ein Bild von der Lage machte, habe keiner auf das Gesprächsangebot eines Second-Mitarbeiters reagiert.

Die Partei hat derweil angekündigt, die Stadtverwaltung zu bitten, sich der Sache anzunehmen.

von Lennart Hecht