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Stadthagen Ortsteile Großübung der Kreisfeuerwehrbereitschaft Süd: Waldbrand in Wendthagen simuliert
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Ortsteile Großübung der Kreisfeuerwehrbereitschaft Süd: Waldbrand in Wendthagen simuliert
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18:42 08.09.2019
Der simulierte Waldbrand wird bekämpft. 
Stadthagen

Die Sommer werden immer heißer und trockener. Das führt zu einem erhöhten Anstieg von Waldbränden. Um diesem Risiko gut vorbereitet zu begegnen widmete sich die Kreisfeuerwehrbereitschaft Süd bei ihrer diesjährigen Großübung ganz der Bekämpfung von Wald- und Flächenbränden. Auf einer Fläche von 1,6 Quadratkilometern testeten die rund 160 Feuerwehrleute aus sechs Gemeinden die Geländegängigkeit ihrer Fahrzeuge, übten schwierige Manöver auf engen Waldwegen, die beste und schnellste Möglichkeit eine zuverlässige Wasserversorgung aufzubauen und natürlich auch die effektivsten Löschtechniken direkt am Brandherd.

Bereits gegen 14 Uhr schrillen die Funkmeldeempfänger bei den Angehörigen der an der Übung beteiligten Feuerwehren. Die Meldung lautet "Waldbrand": Bisher wussten die Rettungskräfte nur, dass eine Übung stattfindet, nicht aber den genauen Hintergrund.

40 Feuerwehrwagen und 160 Einsatzkräfte unterwegs

"Die Übung soll so realitätsnah wie möglich sein." bekräftigt Dirk Dehne, Bereitschaftsführer der Kreisfeuerwehrbereitschaft Süd und Einsatzleiter der Übung. "Auch im Ernstfall müssen die Feuerwehrleute schnell entscheiden, was sie für den jeweiligen Einsatz an Ausrüstung brauchen, denn eine Hilfeleistung bei Hochwasser unterscheidet sich doch ziemlich von zum Beispiel Waldbränden und diese wiederum von Gebäudebränden." stellt Dehne fest.

Um 17 Uhr sind dann etwa 40 Feuerwehrfahrzeuge und rund 160 Einsatzkräfte am Treffpunkt in Rinteln versammelt. Von dort startet der Konvoi als eindrucksvolle Kolonne mit Blaulicht und Martinhorn über die B83 und B65 Richtung Wendthagen. Staunende Anwohner säumen die Straßen. Sowas sieht man schließlich auch nicht täglich.

Rauchpatronen simulieren Feuer

Am Feuerwehrhaus in Wendthagen erläutert Dirk Dehne dann das genaue Einsatzszenario. Auf einer Fläche von 800x200m Wald hat sich ein Bodenfeuer ausgebreitet. Die Aufgaben werden verteilt und die einzelnen Züge setzen sich in Bewegung. Doch auch auf der Anfahrt in den Wald warten Hindernisse. So beispielsweise Bäume, die quer über den Wegen liegen und erst beiseite geräumt werden müssen.

Tief im Wald simulieren dann Rauchpatronen die Brandherde. Sofort beginnen die Frauen und Männer der jeweiligen Wehren die Wasserversorgung vom Hydranten und vom nah gelegenen Waldteich aufzubauen. Meterlange Schläuche werden quer durch den Wald verlegt.

Jeder Zug hat einen Schwerpunkt

Die Wehren aus den Gemeinden Bückeburg, Eilsen, Obernkirchen, Rinteln, Auetal und Nienstädt sind in vier Züge aufgeteilt und jeder Zug hat seinen eigenen Einsatzschwerpunkt.

Laut niedersächsischem Brandschutzgesetz muss jeder Landkreis eine Kreisfeuerwehrbereitschaft stellen. Da Schaumburg in zwei Brandschutzabschnitte aufgeteilt ist, Nord und Süd, gibt es demzufolge zwei Kreisfeuerwehrbereitschaften. Die sogenannten KFB`s werden bei Katastrophen oder Großschadenslagen innerhalb, aber auch außerhalb des eigenen Landkreises angefordert.

Externe Beobachter bewerten den Einsatz

Mittlerweile steht die Wasserversorgung und die Feuerwehrleute dringen mit ihren Schläuchen in den Wald vor, um den simulierten Brand gezielt zu bekämpfen. Als weitere Aufgabe für die Einsatzkräfte hat sich das Führungsteam um den 51-jährigen Dirk Dehne überlegt, Dummies im Wald zu verstecken, die verunfallte Forstarbeiter darstellen sollen. Für die Rettungskräfte ist es nun höchste Priorität diese zu finden und zu den bereitstehenden Rettungswagen zu transportieren.

Ein "Opfer" wird unter einem Baumstamm liegend gefunden und die Feuerwehrkräfte müssen vorsichtig den Baum mit der Motorsäge zerlegen, um den Verletzten freizubekommen. Jede Aktion wird aufmerksam von externen Beobachtern begutachtet und nachher gegebenenfalls besprochen.

Vier Stunden Einsatz

Zusätzlich überfliegen noch eine Drohne der Kreisfeuerwehr und eine Cessna des niedersächsischen Landesfeuerwehrverbandes, Flugbereitschaft Hildesheim, das Waldstück, um aus der Höhe einen Überblick über die Brandausbreitung zu bekommen. Im Ernstfall können so auch Vermisste noch besser gesucht werden.

Gegen 21 Uhr ist dann der "Brand" gelöscht, alle "Verletzten" wurden gerettet und der Einsatzleiter erklärt die Übung offiziell für beendet.  Von Sandra Knauthe