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Stadthagen Ortsteile Hund in Reinsen überfahren: Halterin appelliert an Gewissen
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11:30 30.03.2019
Der Hund von Maria Suhr ist an der Bergkette überfahren worden - jetzt will sie Autofahrer zum Nachdenken bringen.
Der Hund von Maria Suhr ist an der Bergkette überfahren worden - jetzt will sie Autofahrer zum Nachdenken bringen. Quelle: isa
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Reinsen

Ganze 487 Mal wurde der Post aktuell bereits geteilt. „Ich bin erstaunt, welches Ausmaß das Ganze genommen hat“, sagt Suhr selbst. Eigentlich habe sie nur darauf aufmerksam machen wollen, dass auch angefahrene Tiere nicht einfach liegen gelassen werden sollten. „Gerade bei Hunden oder Katzen gibt es fast immer Familien, die ihr Haustier vermissen und Gewissheit haben möchten“, weiß die 32-Jährige.

Doch was war geschehen? Am Donnerstag, 21. März, war der Yorkshire Terrier vom Grundstück der Familie in Reinsen weggelaufen. „Gina hat mindestens einmal im Jahr eine Lücke im Zaun gefunden, auch wenn wir ihn stetig erneuert haben“, weiß Suhr. Normalerweise habe sie sich aber immer im Bereich des Grundstückes aufgehalten – anders an diesem Tag. Gegen 18.30 Uhr erhielt Suhr einen Anruf ihres Mannes, der sich auf die Suche nach der Hündin gemacht hatte. Er hatte den gemeinsamen Hund überfahren und leblos auf der Straße, nur wenige Meter neben ihrem Haus, gefunden. Den Anblick, der sich Suhr bot, werde sie vermutlich nie vergessen. Durch den Unfall wurde ihr Hund quasi in zwei Stücke gerissen und auf der Straße liegen gelassen.

Auch die meterlange Blutspur, die sich über die Straße zog, lies die Heftigkeit des Unfalls nur erahnen. Von dem Verursacher war aber weit und breit keine Spur. Eine Zeugin, die offenbar nur kurz nach dem Unfall vorbei gekommen war, hatte noch einen grünen Golf am Ortsausgang Reinsen bemerkt. Inwiefern der aber mit dem Tierunfall in Verbindung steht, ist nicht klar.

Abschied von einem Familienmitglied

Für die Familie Suhr ist der Verlust ihres Hundes Gina wie ein Familienmitglied, von dem sie sich verabschieden mussten. Seit über 16 Jahren lebte die heute 32-Jährige schon mit ihrem Mischlingshund zusammen. Gina war zuletzt sogar taub und blind, „machte aber immer noch einen fitten Eindruck.“

Besonders schwierig war es für Suhr, ihrem zweijährigen Sohn beizubringen, dass seine Freundin Gina nicht mehr zurückkommen wird. „Mein erster Gedanke war: Was sage ihm jetzt?“ Doch zu ihrer Freude nahm ihr Sohn die Nachricht besser auf als gedacht. Einen Tag nach dem tragischen Unfall gestalteten die Suhrs einen „Tag des Abschiedes“. Der Zweijährige durfte eine Box bemalen und ein Kuscheltier kaufen, mit denen die Hündin begraben wurde. All dieses wurde von Suhr in einem Video als Erinnerung festgehalten.

Insgesamt, so die 32-Jährige, machten ihr vor allem die Umstände der Geschehnisse zu schaffen. Dass die Familie eine Mitschuld am Tod des Hundes trage, sei ihnen bewusst. „Aber mich macht es einfach sauer, dass man einen Hund da so liegen lässt und nicht anhält.“ Zumindest einen anonymen Anruf bei der Polizei oder eine Karte im Briefkasten hätte die Familienmutter sich gewünscht. Immerhin sei es quasi Zufall gewesen, dass der Familienvater an der Unfallstelle vorbei gekommen ist.

Jetzt ein Hund - nächstes Mal ein Schulkind?

„Ich habe nächtelang wach gelegen und mich gefragt, ob die Menschen kein Gewissen mehr haben.“ Aus dieser Situation heraus sei auch ihr Facebook-Post entstanden. „Ich musste einfach etwas tun. Dass der Fahrer sich jetzt erst recht nicht meldet, ist mir auch bewusst“, erklärt die Kindertagespflegerin. Sie wolle die Menschen aber vor allem zum Nachdenken bringen.

Dieses Mal war es ein Hund, der von einem Auto, das offensichtlich viel zu schnell auf der Straße an der Bergkette unterwegs war, erfasst wurde. „Aber auch viele Schulkinder laufen hier täglich an der Straße lang“, mahnt Suhr. Auf diesen Zustand wolle sie ebenfalls aufmerksam machen.

Die Familie kann den tragischen Verlust von Gina auch dank ihrer zweiten Hündin nun immer besser verkraften. Und beinah stündlich erreicht die Geschichte des Yorkshire Terriers immer mehr Menschen, denn noch täglich wird der Beitrag der 32-Jährigen in den sozialen Medien geteilt. Und damit wird zumindest ein wenig an das Gewissen der Menschen appelliert. isa