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Stadthagen Ortsteile Wendthagen: Ortsrat will barrierefreie Bushäuschen
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Ortsteile Wendthagen: Ortsrat will barrierefreie Bushäuschen
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22:03 11.10.2019
Beim Bushäuschen am Wendthäger Sportplatz gibt es noch nicht einmal einen Bordstein – dieser wäre aber nötig, um möglichst barrierefrei in die Busse einsteigen zu können, weil die Fahrzeuge nicht geneigt werden können. Quelle: RG
WENDTHAGEN

Zuständig sind teils der Landkreis und teils das Land, weil die Häuschen an Kreis- beziehungsweise Landesstraßen stehen. Der Ortsrat fordert insofern die Stadtverwaltung auf, diese Baulastträger zu „umgehenden“ Umbauarbeiten zu veranlassen.

Wie SPD-Fraktionsvorsitzender Siegfried Voigt ausführte, müssen laut einer EU-Vorgabe bis zum Jahresbeginn 2022 alle „öffentlich zugänglichen Verkehrsanlagen und Beförderungsmittel im ÖPNV barrierefrei gestaltet sein“. Die Aufgabe müsse also auch in Wendthagen in den kommenden zwei Jahren erledigt werden, betonte Voigt.

An vielen der hiesigen Haltestellen gebe es nicht einmal einen Bordstein, wie etwa beim Bushäuschen am Mühlenbach-Stadion. An anderen sei dieser zu flach, schilderte der SPD-Politiker. Hier verkehrten nur Busse ohne eine Neigevorrichtung, die das Einsteigen erleichtert – darum wäre ein höher Bordstein nötig, um die Kluft von rund 30 Zentimetern zu verkleinern, die Fahrgäste derzeit überwinden müssen. Das sei für gehbehinderte Menschen aber nicht möglich, stellte Voigt fest. Nicht nur Behinderte, sondern viele ältere Menschen, die nicht mehr so beweglich sind, seien davon negativ betroffen, fügte CDU-Fraktionschef Jörg Ostermeier an. Und davon gebe es in Wendthagen sehr viele. Selbst kleinere Kinder, die etwa zur Schule fahren müssen, hätten Probleme beim Einsteigen, ergänzte Ortsbürgermeisterin Ulrike Koller (SPD).

„Das wird eine teure Sache“

„Es wundert mich“, fuhr Voigt fort, „dass in den anderen Ortsteilen an der Bergkette überwiegend schon barrierefreie Bushaltestellen existieren, nur in Wendthagen haben wir nichts“. Dem stimmte Rudi Schift (CDU) zu: „Es macht mich stutzig, dass an der Landesstraße an der Bergkette in anderen Ortsteilen barrierefreie Häuschen sind.“ Auch in der Region Hannover passiere in dieser Hinsicht viel, merkte Schift an, „nur bei uns läuft nix“. Vielleicht handele es sich „um eine kleine Nickligkeit der Stadtverwaltung gegenüber Wendthagen“, unterstellte Schift offenbar indirekt, dass die Stadtverwaltung mit Blick auf die anderen Ortsteile auf die zuständigen Behörden Druck ausgeübt habe, wegen Wendthagen hingegen nicht.

„Jetzt wollen wir für die barrierefreien Bushäuschen richtig Dampf machen“, versah Schift den Ortsratsbeschluss mit Nachdruck. Das sah auch Voigt ähnlich: „Wir müssen im Interesse vor allem der gehbehinderten Menschen an diesem Punkt jetzt Farbe bekennen.“

Für die Stadtverwaltung nahm Uwe Matulinski kurz Stellung. Die Bushäuschen seien erst vor vier Jahren hergerichtet worden, allerdings nicht barrierefrei. Für die Herstellung der Barrierefreiheit sei ein erheblicher Aufwand zu betreiben: „Das wird eine teure Sache.“ Er fügte skeptisch hinzu: „Ich sehe das noch nicht bis zum 1. Januar 2022.“ ssr