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Stadthagen Ortsteile Zu klein und zu spät
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00:16 11.05.2017
Das MPS verabschiedet sich aus Stadthagen. Quelle: pr.
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Stadthagen

Zum ersten Mal haben sich die Veranstalter jetzt zu den Kriterien geäußert, nach denen in der Kreisstadt der rote Federkiel angesetzt wurde. Auf Facebook hatte MPS-Chef Gisbert Hiller sich zur Zukunft der mehr als 20 Veranstaltungen unter seiner Regie geäußert. Der Sprache des Phantasie Spectaculums treu bleibend bezeichnet er sich in der jüngsten Mitteilung als „der Drache daselbst“, der gezwungen sei, sich „mehr stressfreie Wochenenden zu genehmigen“. Sprich: Ein teilweiser Rückzug aus gesundheitlichen Gründen. Konsequenz: MPS-Termine werden gestrichen. Vier hat es bereits erwischt, weitere könnten nach Darstellung des MPS-Sprechers Wolfgang Fuck folgen.

 Das wesentlich größere der Mittelalter-Festivals im Schaumburger Land soll bleiben. Das MPS in Bückeburg gilt als gesichert bis 2023, wie Hiller kürzlich bekannt gab. Die Kreisstadt dagegen will die Truppe aus Gauklern und Gevatter Tod in diesem Jahr zum letzten Mal ansteuern.

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 Wegen mangelnden Publikumsinteresses sei Stadthagen jedenfalls nicht durchs Raster gefallen, sagt Sprecher Fuck. Zwar habe Remeringhausen als Oktobertermin risikoreich gelegen. „Es war das letzte MPS auf dem Plan, wir hatten eigentlich immer mit dem Wetter zu kämpfen“, sagt Fuck.

 Ändern ließ sich das nicht. Remeringhausen sollte zeitlich weit weg von Bückeburg liegen, um einen Übersättigungseffekt bei Schaumburgern und Besuchern aus der Umgebung zu verhindern. Einmal habe Regen das Gelände regelrecht versumpfen lassen. Fuck gibt aber zu bedenken, dass das Rittergut wohl auch bei einem Veranstaltungsmonat Juni oder Juli gestrichen worden wäre.

 Aufschrei in sozialen Netzwerken

 Die Gäste seien von der Atmosphäre auf dem Rittergut überzeugt gewesen. Als es Überlegungen gegeben hatte, das Remeringhausen-MPS 2014 entfallen zu lassen, sei der Aufschrei in den sozialen Medien enorm gewesen, so Fuck. Selbstverständlich sei das nicht: Standorte wie etwa Weeze hätten sich trotz guter Lage nie wirklich durchsetzen können.

 Tatsächlich hätten die Organisatoren darüber nachgedacht, in Stadthagen statt einem endgültigen Aus nur eine Pause einzulegen. „Ein anderer Veranstalter hätte ab 2019 übernehmen können“, sagt Fuck. Allerdings habe man sich intern dagegen entschieden, ein Festival als MPS zu deklarieren, das man nicht selbst in der Hand habe.

 Schlussendlich sei Remeringhausen auch aus wirtschaftlichen Überlegungen nicht mehr dabei. Es habe sich um das kleinste Gelände gehandelt, am Ende des Kalenders, so Fuck. Die Händler seien mitunter ausgelaugt gewesen, Kosten und Nutzen hätten für sie in keinem guten Verhältnis zueinander gestanden.

 

 Verabschieden will sich das MPS am Wochenende des 7. und 8. Oktober mit einer „Back to the Roots“-Party und besonders günstigen Eintrittspreien: Laut Fuck zahlen Gäste am Sonnabend zwölf, am Sonntag zehn Euro. Normalerweise üblich seien Beträge von rund 30 Euro. jcp

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