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Stadthagen Ortsteile Zwischen Reinsen und Reinsdorf locken bald drei neue Routen
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Ortsteile Zwischen Reinsen und Reinsdorf locken bald drei neue Routen
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12:14 22.02.2019
Künftig wird der Weg zwischen Reinsen und Reinsdorf ebenso gut ausgeschildert als Wanderstrecke.
Künftig wird der Weg zwischen Reinsen und Reinsdorf ebenso gut ausgeschildert als Wanderstrecke.  Quelle: rg
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Reinsen

Eine Wanderung durch den Wald von Reinsen nach Reinsdorf ist derzeit für Ortsfremde eine Herausforderung. Der Bereich des „Klosterforsts Reinsen“ hat bislang keine Wanderschilder, Informationstafeln oder Ausweisungen von Parkplätzen. Reinsens Ortsvorsteherin Ute Hartmann-Höhnke sei aus diesem Grund in der Vergangenheit immer wieder – sowohl von Einheimischen als auch von Ortsfremden – angesprochen worden, das zu ändern.

Seit mehr als drei Jahren arbeitet die Ortsvorsteherin an dem Projekt und musste feststellen, dass es einige Hürden zu überwinden gibt. „Mit so viel Bürokratie und Versicherungsfragen hatte ich am Anfang gar nicht gerechnet.“

Vor allem die Verkehrsicherungspflicht musste aus Sicht der Klosterforst als Inhaber geklärt werden. Doch seit vergangener Woche sind die juristischen Formalitäten geklärt. Klosterforstverwaltung und die Stadt Stadthagen haben einen sogenannten Gestattungsvertrag geschlossen, der den kommunalen Schadensausgleich regelt. Das bedeutet, die Stadt übernimmt die vorgeschriebene jährliche Verkehrssicherungspflicht. „Wir sind sehr froh, dass sich die Stadt bereit erklärt hat, das Projekt in die Hand zu nehmen, sonst wäre die Umsetzung gar nicht möglich“, erklärt Hartmann-Höhnke.

Erweiterung der Naherholung

Stadthagens Bürgermeister Oliver Theiß spricht bei der Erschließung des Wanderwegs von „einer schönen Sache“. Das Projekt sei eine Erweiterung der Naherholung an der Bergkette und von daher auch für die Stadt ein positiver Faktor.

Um der Verkehrssicherungspflicht nachzukommen, werde die Stadtverwaltung den Landkreis mit der Begutachtung der Wege beauftragen. Die Mitarbeiter kontrollieren beispielsweise, ob Bäume abgängig sind und auf die Wanderwege kippen könnten. Alle Beteiligten sprechen von einer guten Zusammenarbeit, bei der sich jede Partei um Lösungsansätze bemüht habe.

„Für uns war es auch klar, dass wir nicht den städtischen Haushalt mit der Umsetzung belasten wollen“, erklärt Reinsens Ortsvorsteherin. Der Stadthäger Verkehrsverein wird sich aus diesem Grund um eine Förderung der Bingo-Stiftung bemühen, berichtet dessen Vorsitzender Karl-Heinz Hepe. Er erhofft sich eine Förderung zwischen 3000 und 5000 Euro. Das werde für die mehr als zehn Wegweiser und zwei Infotafeln zwar nicht ausreichen, sei aber schon ein guter Grundstock. Die Projektbeteiligten hoffen auf eine Fertigstellung im Frühjahr des kommenden Jahres.

Drei unterschiedliche Wanderwege

Konkret sollen drei unterschiedliche Wanderwege ausgeschildert werden, die laut Hartmann-Höhnke auch noch jeweils einen Namen bekommen werden. Es soll eine kleine Runde geben, die zwischen zwei und drei Kilometer lang ist – also auch gut mit Kindern zu bewerkstelligen sei. Die große Runde liegt nach Angaben der Reinsener Ortsvorsteherin bei gut sechs Kilometern. Außerdem soll es einen ausgeschilderten Weg geben, der die Orte Reinsen und Reinsdorf miteinander verbindet.

Wanderer könnten die Route dann etwa am Großen Karl beginnen und bis zur Waldimkerei laufen. „An jeder Kreuzung soll dann ein Hinweisschild stehen, damit sich auch niemand verläuft“, so Hartmann-Höhnke. Als Vorbild für diese Beschilderung nimmt sie den Verkehrsverein Wendthagen/Ehlen. Die Verantwortlichen haben ihrer Ansicht nach für eine sehr gute Beschilderung der Wege an der kompletten Bergkette gesorgt.

Theiß ist erfreut, dass nun auch die Lücke zwischen Reinsen und Reinsdorf geschlossen werden kann. Schließlich würden auch viele Wanderer auf den Bereich rund um Stadthagen stoßen, wenn sie den Fernwanderweg zwischen Porta Westfalica und Bad Nenndorf nutzen.

Über die Hinweisschilder hinaus werden noch Infotafeln am Dorfgemeinschaftshaus in Reinsen installiert sowie am Ende des Wanderwegs in Reinsdorf. „Ich bin wirklich zufrieden, dass die Umsetzung nun in greifbarer Nähe ist und bin froh, dass sowohl Stadt, Verkehrsverein und Klosterforst so eng zusammenarbeiten“, sagt Hartmann-Höhnke zuversichtlich.

von Jennifer Minke-Beil