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Stadthagen Stadt 50 Prozent Migranten in Stadthagens Grundschulen
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16:01 08.09.2019
Rund die Hälfte aller Stadthäger Grundschüler haben einen Migrationshintergrund.  Quelle: Symbolbild, dpa
Stadthagen

Rund die Hälfte aller Grundschüler in der Innenstadt sind Kinder mit Migrationshintergrund. „Etwa 165 unserer 330 Schüler haben mindestens einen Elternteil mit ausländischen Wurzeln“, teilt Frank Plagge, Leiter der Grundschule Am Stadtturm, dazu mit. Der prozentuale Anteil unter den 360 Kindern an der Grundschule Am Sonnenbrink sei „vergleichbar“, bestätigt deren Leiterin Petra Ammon, ohne genaue Zahlen zu nennen.

Als Schüler mit Migrationshintergrund gelten nach Auskunft der Landesschulbehörde Kinder, die nicht in Deutschland geboren sind, solche mit nicht-deutscher Herkunft und jene, in deren Familien hauptsächlich eine andere Sprache als Deutsch gesprochen wird. Unter die Gruppe der Kinder mit Migrationshintergrund falle also eine beträchtliche Vielfalt an Kindern, ergänzt Plagge dazu, „vom in Deutschland geborenen Kind mit einem Elternteil mit ausländischen Wurzeln bis zum gerade eingetroffenen Flüchtlingskind“. 

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Dementsprechend sei auch der Bedarf an sprachlicher Förderung sehr unterschiedlich. Rund 70 Prozent der 165 genannten Kinder mit Migrationshintergrund an der Stadtturm-Schule erhalten Förderunterricht in Deutsch, die restlichen 30 Prozent kommen ohne aus. Auch diesbezüglich sei die Situation Am Sonnenbrink vergleichbar, bestätigt Ammon.

Auch die Bandbreite der Förderintensität ist nach Darstellung von Plagge sehr groß. Für einige der Schüler reiche eine Förderstunde pro Woche, andere bekämen mehrfach in der Woche oder sogar täglich speziellen Sprachunterricht. „Für einige reichen kurze Impulse, andere sind noch auf intensive Unterstützung angewiesen“, schildert der Stadtturm-Leiter.

Schüler hatten oft schon Sprachförderung in den Kitas

An beiden Schulen sind für den Förderunterricht jeweils 1,5 Vollzeitstellen eingerichtet, das sind jeweils etwa 50 Unterrichtsstunden. „Das ist eine ganz gute Basis für unsere Förderung“, beurteilt Plagge diese Ressourcen. Damit komme man ganz gut klar. „Natürlich könnte man gerade für die Schüler, die es besonders nötig haben, immer noch mehr tun“, schränkte der Stadtturm-Chef ein. 

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Auch Ammon sieht die personelle Ausstattung als „ausreichend“ an. Sie findet es besonders begrüßenswert, dass die Ressourcen seit Jahren gleich geblieben sind, also nicht gekürzt wurden, obwohl sich die Situation zumindest leicht geändert habe. Denn vor drei, vier Jahren seien mit den damaligen hohen Flüchtlingszahlen viele Kinder ohne jede deutsche Sprachkenntnis direkt in die Grundschulen gekommen. Heute hätten die meisten der an den Grundschulen anfangenden Flüchtlingskinder – 76 gibt es insgesamt aktuell Am Sonnenbrink – zumeist schon zwei, drei Jahre Sprachförderung an einer Kindertagesstätte genossen, erläutert die Schulleiterin. von Stefan Rothe