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Stadthagen Stadt 700 Gäste beim ZDF-Weihnachtsgottesdienst
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt 700 Gäste beim ZDF-Weihnachtsgottesdienst
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20:35 23.12.2018
700 Gäste werden Teil des ZDF-Gottesdienstes in der St.-Martini-Kirche. Quelle: rg
STADTHAGEN

Anders als sonst ist fast kein einziges Kleinkind in der voll besetzten St.-Martini-Kirche zu sehen. Schon bei der Platzreservierung hatte es klare Vorgaben gegeben für die vielen Interessierten.

Zur Einstimmung bat Elke Rudloff, die für die Konzeption verantwortlich war und ihre Entscheidung für Stadthagen schon vor zwei Jahren getroffen hatte, die Gäste, die Kameras einfach zu vergessen. Gewunken wird nicht. „Wir nehmen keinen Radiogottesdienst auf“, sagte sie mit einem Augenzwinkern. Man möge sich von der Freude anstecken lassen und beherzt mitsingen – ganz im Sinne der Botschaft, die Heiligabend überall verkündet wird. Der Fernsehgottesdienst richte sich vor allem an Menschen, denen der Kirchgang verwehrt sei, etwa im Krankenhaus, im Pflegeheim oder gar im Gefängnis.

Konzept ist aufgegangen

Das Konzept ging auf, ausnahmslos. Amelie Schmidt ließ anschaulich werden, dass Weihnachten auch Kummer bedeuten kann, Ärger, Stress und Missklang. Moderatorin Brigitte Gude hatte allerdings aus Stadthagen von Fällen gehört, wo Freude sich ausbreitet und ansteckend wirkt. Stephanie Südmeyer berichtete von einer Musicalproduktion mit Kindern. Ein älterer Herr, so Ilca Foraita, habe durch ein Hörgerät die Glocken von St. Martini erstmals wieder vernehmen können. Ulrike Hecht wusste von Sorgen in der Schwangerschaft zu berichten und von Freude und Zuversicht durch offene Gespräche.

Mit „Jubilate Deo“ taten sich die Gemeinde und der Jugendchor unter der Leitung von Stefan Disselkamp in der großen Kirche zunächst noch etwas schwerer, doch Thomas Weißbarth am Klavier, Peter Adelt am Schlagwerk und Ulrich Meyer am Saxofon ließen am Lobgesang überhaupt keinen Zweifel aufkommen. Ein Ohrenschmaus schließlich „Calypso Gloria“, eine Darbietung des gesamten Ensembles.

Weihnachtsgeschichte darf nicht fehlen

Natürlich durfte die Weihnachtsgeschichte auch in diesem Gottesdienst nicht fehlen. Mit kräftiger Stimme gab Pastor Wolf-Peter Koech kund, was im Lukas-Evangelium vermerkt ist in wunderbaren Worten über Maria und Josef, die Geburt Jesu, den hohen Stern, die Hirten, die Engel. „Nun singet und seid froh“, war die Gemeinde mit mächtigem Gesang zu vernehmen – an der Orgel mit viel Gespür für den Kirchenraum begleitet von Kantor Christian Richter.

In seiner Predigt hob Superintendent Martin Runnebaum hervor, dass die Botschaft der Weihnachtsgeschichte, die Kraft der Menschlichkeit, die unbändige Freude, keine Grenzen kenne, keine Zäune, keine Mauern. Die „Welt“ sei gemeint, nicht ein einzelnes, sich womöglich besser dünkendes „Volk“. Die St.-Martini-Kirche erlebte durch den ZDF-Gottesdienst einen würdigen Abschluss ihres 700-jährigen Jubiläums. Von Volkmar Heuer-Strathmann