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Stadthagen Stadt Ahrens darf Produktion hochschrauben
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Ahrens darf Produktion hochschrauben
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15:40 03.10.2018
Stadthagen

Denn, so die BI, der Erlaubnis lägen Messwerte zugrunde, die nicht der tatsächlichen Belastung in Stadthagen entsprächen.

Mit der Genehmigung in der Tasche dürfe Ahrens die jährliche Produktion um 60 Prozent auf 190.000 Tonnen Asphalt im Jahr hochschrauben, so die BI. Gearbeitet werden dürfe jetzt von 4 Uhr morgens bis 22 Uhr, bei besonderem öffentlichen Interesse auch sonn- und feiertags.

BI: Keine belastbaren Zahlen

Da die nächste amtliche Messstelle für Feinstaub im 65 Kilometer entfernten Allertal liegt, basiert die Entscheidung des Gewerbeaufsichtsamtes auf deren Zahlen. „Die Werte dürften von den tatsächlichen in Stadthagen weit entfernt sein“, sagt BI-Sprecher Jürgen Burdorf. Die Vorbelastung mit Feinstaub sei aber ausschlaggebend für eine Erlaubnis, wie Ahrens sie erhalten hat.

Burdorf beruft sich auf zwei Amateur-Messstationen in Stadthagen, die die BI in Zusammenarbeit mit dem überregionalen Netzwerk luftdaten.info vor etwa einem Jahr eingerichtet hat. „Wir behaupten nicht, dass wir wissenschaftlich hundertprozentig korrekte Werte haben“, sagt Burdorf. „Aber ein Indiz sind sie auf jeden Fall, und sie sind höher als die aus Hildesheim.“

Dagegen argumentiert Jörg Rospunt vom Gewerbeaufsichtsamt, der von luftdaten.info eingesetzte Sensortyp messe nicht genau genug. So ende der Anwendungsbereich bei mehr als 70 Prozent Luftfeuchtigkeit. „Mehr als 70 Prozent treten in der Außenluft aber sehr häufig auf“, sagt Rospunt. Die Messwerte aus Allertal dienten aber nur der Ermittlung „des großräumigen Beitrages an der hier maßgeblichen Gesamtbelastung“. Lokal habe man mit dem Ausstoß anderer Betriebe in Stadthagen verglichen.

Schwelle für Erlaubnis ist hoch

Das Amt verwende die Allertaler Daten, weil die Station bezogen auf die vergangenen fünf Jahre die höchste Feinstaub-Konzentration aller niedersächsischer Stationen ausweist. Dies entspreche „einer für den Betrieb ungünstigen Verfahrensweise“, sagt Rospunt. Somit ist die Schwelle für eine Expansionserlaubnis an dieser Stelle schon ausgesprochen hoch.

Der BI zufolge aber hätte die Erweiterung nicht genehmigt werden dürfen. „Für uns ist es nach nach wie vor unbegreiflich, wie ein so intensiv emittierender Industriebetrieb in unmittelbarer Nähe und in Hauptwindrichtung zu Wohngebieten, Kindergärten, etlichen Schulen und Sportstätten angesiedelt werden konnte.“ jcp