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Stadthagen Stadt Am Alten Rathaus nagt der Zahn der Zeit
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Am Alten Rathaus nagt der Zahn der Zeit
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00:22 28.02.2018
Die Ostfassade des Alten Rathauses wird wohl erst im kommenden Jahr saniert.
Die Ostfassade des Alten Rathauses wird wohl erst im kommenden Jahr saniert. Quelle: rg
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Stadthagen

„Langjährige Witterungseinflüsse haben den Sandstein dort sichtlich angegriffen“, gibt Bauamtsleiter Gerd Hegemann zu verstehen. Da allerdings „kein akuter Handlungsbedarf“ bestehe, komme die zur Niedernstraße zeigende Fassade aber dieses Jahr ganz wahrscheinlich nicht mehr dran.

Vor einiger Zeit ist nach Angaben von Hegemann an der Ostfassade bereits eine statische Überprüfung durchgeführt worden, um sicherzustellen, dass dort nicht Teile abzufallen drohen. „Die Sicherheit ist nach gegenwärtigem Stand jedoch gewährleistet“, versichert der Bauamtschef. An der Fassade mit ihrem reichlichen Schmuck an Ornamenten und Maßwerken inklusive des so genannten „Welschen Giebels“ habe aber gleichwohl der Zahn der Zeit genagt, sodass eine Aufarbeitung geboten sei. Dabei werde unter anderem eine Reinigung durch ein Sandstrahl-Gebläse zum Einsatz kommen sowie Fassadenteile stabilisiert.

Fördergelder fließen nicht ohne Weiteres

Die Kosten für die Sanierung der Ostfassade beziffert Hegemann auf rund 200.000 Euro. Für das Vorhaben kann nach Angaben von Hegemann Fördergeld aus dem Altstadt-Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ fließen. In welchem Umfang, sei aber noch offen. Denn das Geld fließe nur für Gebäude, wenn diese privatwirtschaftlich genutzt werden. Das sei beim Alten Rathaus durch die gastronomische Einrichtung des Ratskellers zumindest teilweise gegeben. Ein anderer Teil der Nutzung ist freilich öffentlich: das Standesamt und der i-Punkt.

„Die Beantragung des Fördergeldes ist daher recht kompliziert und es ist noch nicht klar, in welchem Maße wir Unterstützung bekommen“, so Hegemann. Dies sei einer der Gründe, warum man die ursprünglich für dieses Jahr geplante Sanierung noch verschieben muss.

Der zweite Grund sind nach Darstellung des Bauamtsleiters die begrenzten personellem Kapazitäten in der Hochbau-Abteilung. Diese seien in diesem Jahr durch die Planung der neuen Kita und weitere laufende Projekte stark ausgelastet. „Die Ostfassaden-Sanierung wird also wohl frühestens im kommenden Jahr in Angriff genommen werden können“, sagt Hegemann.

Ostfassade soll erst der Anfang sein

Mittelfristig müssten dann auch die Front- und die Westfassade drankommen, fügt der Bauamtsleiter hinzu. „Wünschenswert“ wären darüber hinaus Restaurierungsarbeiten im Innern des historischen Gebäudes. Im ersten Geschoss sei vor einigen Jahren in dieser Richtung schon einiges passiert. Doch manches stehe noch aus, etwa der Austausch der Akkustikdecke im Ratskellersaal durch eine Deckenverkleidung, „welche die Räumlichkeit auf ihre historischen Wurzeln zurückführt“, stellt Hegemann fest. Dass das in abesehbarer Zeit passieren kann, „das sehe ich vor dem Hintergrund der städtischen Haushaltslage allerdings nicht“, räumt Hegemann ein.

Das um 1600 errichtete Alte Rathaus gehört zum Ensemble der Weserrenaissance-Bauten in der Kreisstadt. ssr