Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Stadthagen Stadt Asbest-Gefahr: Feuerwehr-Kleidung wird nach PreZero-Brand geprüft
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Asbest-Gefahr: Feuerwehr-Kleidung wird nach PreZero-Brand geprüft
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:55 05.11.2019
Vermutlich ist bei dem Feuer beim Entsorger PreZero am Georgschacht in Stadthagen giftiges Asbest freigesetzt worden. Quelle: Roger Grabowski
Stadthagen

Bei dem Großfeuer auf dem Gelände des Georgschachts vor zwei Wochen könnte Asbest freigesetzt worden sein. Stadtverwaltung und Kreisfeuerwehr lassen aktuell Einsatzkleidung und Proben vom Einsatzort in einem Speziallabor untersuchen. Ergebnisse werden für Mittwoch erwartet.

Lagerhallen bis auf die Grundmauern zerstört

Bei dem Brand waren vier Lagerhallen des Entsorgungsunternehmens PreZero bis auf die Grundmauern zerstört worden, 90 Tonnen gelagerter Müll sind verbrannt. 300 Kräfte der Feuerwehren, der Polizei und des DRK waren im Einsatz.

Wir gehen davon aus, dass auch in den Lagerhallen Asbest verbaut wurde.

Boris Ziegler , PreZero-Sprecher

Sowohl PreZero als auch die Stadtverwaltung hält es für möglich, dass sich durch das Feuer giftige Asbestfasern verteilt haben. „Asbest war bis in die achtziger Jahre ein normaler Baustoff, wir gehen davon aus, dass auch in den Lagerhallen Asbest verbaut wurde“, sagt PreZero-Sprecher Boris Ziegler.

Asbest ist krebserregend - und deshalb seit Jahren verboten

Weil der Werkstoff hitzeunempfindlich ist, wurde Asbest in vielen Gebäuden als Dämmmaterial oder zum Brandschutz eingesetzt. In Deutschland ist Asbest seit 1993 verboten, das Material ist krebserregend. Es kann sich in feine Fasern zerteilen und eingeatmet werden.

Mehr zum PreZero-Großbrand

Die Stadt lässt nach Auskunft von Bürgermeister Oliver Theiß nun vorsorglich analysieren, ob sich Asbestfasern auf der Kleidung der Feuerwehr abgelagert haben. Dafür seien eine Jacke direkt nach dem Einsatz und eine bereits gereinigte Jacke in ein Speziallabor geschickt worden.

Dadurch könne auch geprüft werden, ob die Reinigung im Fall einer tatsächlichen Asbestkontamination die giftigen Fasern wirksam von der Kleidung entfernen kann. Kreisbrandmeister Klaus-Peter Grote ergänzt, dass zudem Schläuche und Wischproben vom Georgschacht zur Analyse eingeschickt worden sind.

Erste Warnung wurde schnell aufgehoben

Bereits in der Brandnacht auf den 24. Oktober hat die Umweltschutzeinheit der Kreisfeuerwehr bei Schadstoffmessungen in der Luft festgestellt, dass durch das Feuer keine gesundheitsgefährdenden Chemikalien freigesetzt wurden.

Die Warnung an die Bevölkerung, Fenster und Türen geschlossen zu halten, konnte schnell aufgehoben werden. Asbest könne durch diese Messungen jedoch nicht festgestellt werden, erklärt Benjamin Heine, Leiter der Umweltschutzeinheit.

Kleidung der Feuerwehr wird noch vor Ort gereinigt

Allerdings sei die Kleidung jener Kameraden, die unter Atemschutz im direkt Gefahrenbereich an den Lagerhallen im Einsatz waren, noch vor Ort dekontaminiert und gereinigt worden. „Das ist ein routinemäßiges Vorgehen und dient zum Schutz der ehrenamtlichen Kräfte“, sagt Heine.

Lesen Sie auch:
PreZero: Waren Dacharbeiten schuld am Großbrand am Georgschacht?

Auf diese Weise würden eventuell freigesetzte Schadstoffe nicht in die Einsatzfahrzeuge oder Privatwohnungen verschleppt werden.

PreZero teilt derweil mit, dass ab Mittwoch ein Gutachter am Georgschacht vor Ort ist, der nicht nur Brandursache und Schadenshöhe ermitteln, sondern auch feststellen soll, welche Materialien in den historischen Hallen verbaut worden sind. von Katharina Grimpe

Galerie: So sieht es nach dem Feuer auf dem Gelände aus

Nach dem Großbrand beim Entsorgungsunternehmen PreZero laufen die Aufräumarbeiten auf deren Gelände am Georgschacht Stadthagen. Unsere Galerie zeigt, wie sehr das Feuer seine Spuren an den Lagerhallen hinterlassen hat.