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Stadthagen Stadt BI kritisiert Unternehmensberater
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt BI kritisiert Unternehmensberater
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18:41 22.05.2018
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Stadthagen

Das Asphalt-Mischwerk am Stadthäger Georgschacht „hat in keinster Weise zu einer positiven Wirtschaftsentwicklung der Stadt beigetragen“. Mit dieser Feststellung reagiert die BI auf eine Äußerung von Tegeler.

Dieser hatte wie berichtet darauf verwiesen, er höre in der Region wiederholt die Aussage: „Bürgermeister in Stadthagen ist doch jemand aus einer Bürgerinitiative, die die Ansiedlung eines Betriebes verhindern wollte.“ Gemeint war damit das Asphalt-Mischwerk. Tegeler hatte hinzugefügt, ein solches Signal „umzusteuern ist ein schwieriger Akt“.

Gestank als negative Auswirkung

Dazu müsse man wissen, schreibt BI-Vorsitzender Jürgen Burdorf in einer Pressemitteilung, dass Tegeler damals als Wirtschaftsförderer beim Landkreis beschäftigt gewesen sei und maßgeblich dabei mitgewirkt habe, dass sich die Firma Ahrens am Georgschacht ansiedeln konnte. „Über die negativen Auswirkungen für das Image von Stadthagen ist sich Herr Tegeler unseres Erachtens offensichtlich immer noch nicht im Klaren“, fügt Burdorf hinzu.

Zu den negativen Auswirkungen zählen aus Sicht der BI „Gestank, Emissionen und massiver LKW-Verkehr, wodurch sich viele Bürgerinnen und Bürger belästigt fühlen“. Rechtsstreitigkeiten mit dem Unternehmen und Kontrollen des Betriebes, bei denen nachweislich Verstöße festgestellt worden seien, verursachen laut Burdorf „erheblichen Aufwand und kosten die Stadt viel Geld“.

Fehlbetrag von 360.000 Euro

Zudem würden die im Bundesanzeiger veröffentlichten Jahresabschlüsse der Firma Ahrens als Betreiberin des Asphalt-Mischwerks seit 2015 Verluste ausweisen – zuletzt 2016 einen Fehlbetrag von rund 360 000 Euro, berichtet BI-Vize Werner Schoch. Die BI gehe deswegen davon aus, dass das Unternehmen auch keine Gewerbesteuer zahle.

„Selbstverständlich freuen wir uns über jeden Gewerbe- oder Handwerksbetrieb, der nach Stadthagen kommt und hier Arbeitsplätze schafft und Steuern zahlt“, stellt Burdorf fest. „Aber die Lebensqualität in der Stadt sollte sich dadurch nicht verschlechtern.“ Wirtschaftsförderung ja – „aber nicht um jeden Preis“, betont Burdorf.

Allein sechs Kommunen in Niedersachsen und Westfalen, in denen sich die Firma Ahrens seitdem habe ansiedeln wollen, seien der gleichen Auffassung und hätten sich gegen eine Ansiedlung entschieden, schildern die BI-Vorständler weiter. „Dabei waren es nicht nur Einwohner und Kommunalpolitiker, sondern insbesondere – wie beispielsweise in Bomlitz – auch die Wirtschaft, die sich entschieden gegen die Ansiedlung des Unternehmens ausgesprochen haben“, fügt abschließend Vorstandsmitglied Günter Hasemann hinzu.