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Stadthagen Stadt Basta bekommt mehr Geld
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Basta bekommt mehr Geld
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20:34 30.05.2018
Frauen in Krisensituationen haben bei Basta in Stadthagen eine Anlaufstelle.
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Stadthagen / Rinteln

Auch wenn der Verein in der Kreisstadt sitzt, ist er für ganz Schaumburg zuständig. Wehking und ihre Kollegin Birgit Baron haben ihre Arbeit jüngst dem Rintelner Sozialausschuss vorgestellt. Hintergrund: Die Stadt erhöht ihren jährlichen Zuschuss an Basta ab 2019 von 500 auf 1500 Euro.

Gegründet wurde der Verein im Jahr 1985 als „erstes Frauenzentrum in Schaumburg“, wie Wehking erklärt. Sexuelle Belästigung sei damals noch kein Thema im Landkreis gewesen, und auch bis zu den Aufschrei- und Metoo-Bewegungen sollte es noch Jahrzehnte dauern.

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Kontakt zu Basta

Die Telefon- und Öffnungszeiten: montags 14 bis 16 Uhr, mittwochs 16 bis 18 Uhr, donnerstags 11 bis 12 Uhr, Telefon: (0 57 21) 9 10 48.

Basta kümmert sich nach Angaben von Wehking und Baron um Mädchen und Frauen nicht nur in den Bereichen sexuelle Belästigung und Missbrauch, sondern auch bei Angst- und Essstörungen, selbstverletzendem Verhalten, Mobbing und Cyberkriminalität. Letztgenanntes habe extrem stark zugenommen in jüngster Zeit – vor allem Kinderpornografie und Sexting, also das Verschicken sexuell anzüglicher Nachrichten. Auch gebe es mehr geflüchtete Frauen und Mädchen, die sexuelle Gewalt erfahren haben. Ebenso seien Frauen und Mädchen mit Behinderung „massiv“ von sexuellen Übergriffen bedroht. Genauso helfe der Verein aber beispielsweise auch, wenn es darum gehe, nach sexueller Belästigung am Arbeitsplatz neue berufliche Perspektiven aufzuzeigen.

Knapp 600 persönliche Beratungsgespräche führte der Verein laut eigener Statistik im vergangenen Jahr, und etwa doppelt so viele Gespräche via Telefon. Meist ging es dabei um sexualisierte Gewalt, gefolgt von Gewalt durch den Partner, Ängste beziehungsweise Depressionen und Essstörungen.

Drei Beraterinnen arbeiten derzeit bei Basta mit je einer Dreiviertelstelle, unterstützt von einer Assistentenstelle. Gemeinsam verantworten sie Beratungstermine, Präventionsarbeit, Fortbildungen unter anderem an Kitas und Schulen sowie Öffentlichkeitsarbeit.

„Das reicht nicht aus“, sagt Baron. Daher sei man dankbar für die erhöhten Zuschüsse. Hierdurch wolle man eine vierte Beratungsstelle einrichten, die eventuell in Einzelfällen in die anderen Städte kommen könne. „Teilweise ist es für die Frauen nicht einfach, zu uns nach Stadthagen zu kommen“, weiß Baron. Das ist vielleicht der Grund, warum nur acht Prozent der Klientinnen aus Rinteln kommt. Aus Stadthagen kommen 33 Prozent.

„Wir wollen die Warteliste abbauen“, benennt Wehking ein weiteres Ziel. Wenn Fälle nicht akut seien, müssten Klientinnen drei bis vier Wochen auf einen Beratungstermin warten. Hierdurch seien die Mitarbeiter derzeit gezwungen, schon am Telefon zu evaluieren, wie akut die Notlage der Anruferin sei. Durch mehr Geld hofft man auf Entspannung der Lage. mld