Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Stadthagen Stadt Beck moniert "Hinterherhinken"
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Beck moniert "Hinterherhinken"
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:33 18.12.2018
Die Kreisstadt wurde aus Sicht der Ratsmehrheit mittlerweile von den Nachbarstädten abgehängt.
Die Kreisstadt wurde aus Sicht der Ratsmehrheit mittlerweile von den Nachbarstädten abgehängt. Quelle: Karikatur: Schwarze-Blanke
Anzeige
Stadthagen

Beck nahm die Debatte um den Haushalt 2019 zum Anlass, eine „Neujustierung des Wirtschafts- und Wohnstandortes“ zu verlangen. Mit Blick auf Nachbarkommunen befand Beck, dort finde „mehr Entwicklung statt, sowohl hinsichtlich der Bau- und Wirtschaftsentwicklung als auch in Sachen Wohnqualität“. Bückeburg und Rinteln etwa hätten doppelt beziehungsweise mehr als doppelt so viele Gewerbesteuereinnahmen wie Stadthagen.

Er sei überzeugt, fuhr Beck fort: „Nur Schlafstadt sein ist zu wenig.“ Die Stadt müsse eine aktive Wirtschaftsförderung betreiben und Arbeitsplätze schaffen. „Das Hinterherhinken in der Wirtschaftskraft sorgt auch für ein Hinterherhinken der Attraktivität insgesamt.“ Hier bestehe ein Zusammenhang zur gesamten Stadtentwicklung.

"Der Ball liegt bei der Verwaltung"

Die Mehrheitsgruppe wäre laut Beck bereit, für das Ziel einer Neujustierung „auch Geld in die Hand zu nehmen und mutig zu versuchen, etwas Neues zu entwickeln“. Das Thema sei mit höchster Priorität zu versehen. Bei etwaigen Maßnahmen werde man dem Bürgermeister den Rücken stärken. Beck setzte an dieser Stelle aber unmissverständlich hinzu: „Wir haben die klare Erwartungshaltung, dass dem Rat hier Vorschläge präsentiert werden.“ Konzeptionelles Arbeiten der Verwaltung sei hier gefragt, um eine Strategie für den Wirtschaftsstandort zu entwickeln. „Der Ball liegt im Spielfeld der Verwaltung.“

Bürgermeister Theiß bezog das offenkundig auf sich und kleidete das in die indirekte Formulierung: „Ich hoffe, mein Eindruck ist falsch, dass hier alles auf die Verwaltung abgeschoben werden soll.“ Beck versuche „den Eindruck einer Stadt zu zeichnen, die anderen Kommunen hinterherhinkt“. Das sei „nur teilweise richtig“. So sei die Bautätigkeit „nicht geringer als in den Nachbarkommunen“ mit Ausnahme von Bad Nenndorf. Die wirtschaftliche Entwicklung der letzten Jahre in Stadthagen sei durchaus positiv, so hätten sich Gewerbegebiete gut entwickelt.

Mit Blick auf den Weggang von Faurecia „hat sich niemand in Stadthagen etwas vorzuwerfen“, sagte Theiß: „Ich bin sicher, dass wir die Lücke schließen können.“ Die Verwaltung sei „mit vielen kreativen Ideen unterwegs“. Als Beispiel nannte Theiß die geplante Einrichtung eines „coworking space“ im Gewerbepark an der Gubener Straße. Theiß mit Blick auf Beck weiter: „Es ist wichtig, dass wir keine negative Bilanz ziehen, sondern positive Dinge hervorheben, um die Stadt voranzubringen.“ Von Stefan Rothe

Rat verabschiedet Haushalt einstimmig factbox

Einstimmig hat der Rat den städtischen Etat für 2019 verabschiedet. Dieser hat ein Gesamtvolumen von 43 Millionen Euro. Er schließt im für die laufenden Ausgaben vorgesehenen Ergebnishaushalt mit einem Defizit von 240 000 Euro ab. Für Investitionen sind 4,1 Millionen Euro eingeplant, die alle durch Kredit finanziert werden müssen. Der Schuldenstand der Stadt wird für Ende 2019 auf 22,7 Millionen Euro taxiert.
Die aktuelle Finanzlage der Stadt erfordere „weiterhin einen Spagat zwischen sparsamer Haushaltsführung und notwendigen Investitionen in die Zukunft“, sagte Jan-Philipp Beck, Sprecher der Ampel-Ratsmehrheit.
Aus Sicht des CDU-Fraktionsvorsitzenden Heiko Tadge handelt es sich um einen „sehr verantwortungsvoll gestalteten Haushalt“. Es würden „Konsolidierungsschritte vorgenommen, ohne die Leistungsfähigkeit der Stadt entscheidend einzuschränken“. Es würden „Investitionen getätigt, die Stadthagen zukunftsfester aufstellen“.
WIR-Fraktionschef Richard Wilmers sagte, man müsse sich „bei den Ausgaben auf einige wenige, aber notwendige Projekte konzentrieren“. ssr